Susanne Hasselhoff: Die erste Pfarrerin für Lintorf

Susanne Hasselhoff: Die erste Pfarrerin für Lintorf

Susanne Hasselhoff wird am Sonntag eingeführt. Sie ist die erste Frau in der Geschichte der Gemeinde.

Lintorf. Am Sonntag steht nicht nur ein besonderer Gottesdienst an. Zum Epiphanias-Tag, auch als Dreikönigsfest bekannt, wird Superintendent Frank Weber Susanne Hasselhoff in ihr Amt einführen. Die 33-Jährige ist die erste Pfarrerin in der Geschichte der Gemeinde Lintorf-Angermund. „Ich habe hier bereits ein Jahr Dienst getan und wurde jetzt vom Presbyterium gewählt“, sagt die gebürtige Ratingerin, die zuvor als Pfarrerin mbA, also mit besonderem Auftrag, tätig war.

Nun beträgt ihr Dienstumfang 75 Prozent. Dass Hasselhoff einmal Theologin werden würde, schien vorgezeichnet. „Seit ich konfirmiert wurde, sagten alle: ‚Du wirst mal Pfarrerin.’ Da habe ich fast aus Trotz mit ‚nein’ drauf geantwortet“, erzählt sie.

Nach dem Abitur am Innenstadt-Gymnasium hatte sie sich für Kommunikationswissenschaften, Germanistik, Philosophie und Theologie eingeschrieben. „Theologie hat mich am meisten fasziniert“, sagt sie. Die Entscheidung, Pfarrerin zu werden, sei während eines dreimonatigen Aufenthalts in London und Brighton gefallen. Bei ihrer letzten Praktikantenstelle in Istanbul erlebte sie „noch mal ganz etwas anderes. Das hat mir bei der Arbeit im Ruhrgebiet geholfen.“

Denn nach dem Vikariat arbeitete sie bis zum Januar 2012 in der evangelischen Lukasgemeinde Mülheim. Praktisch alle zwei Jahre ist Hasselhoff mit ihrem Mann Görge, ebenfalls Theologe, und den beiden Söhne zuletzt umgezogen. „Es ist schön, jetzt Vertrautes wieder zu erleben und die Familien so nahe bei sich zu haben“, sagt sie. „Ich hatte nicht damit gerechnet, bei der ersten Stelle, auf die ich mich bewerbe, auch genommen zu werden.“

Im Zentrum ihres Tuns soll die Familienarbeit stehen. „Ich kenne die Situation als berufstätige Mutter anders als meine männlichen Kollegen. Dadurch wird sich manches ändern“, sagt sie. Auch an die Seelsorge ginge eine Frau anders heran.

Relativ intensiv ist bereits die Zusammenarbeit mit den drei Kindergärten und den etwa 110 Kindern. Der Krabbelgottesdienst ist ein Beispiel. Bislang fand er alle zwei Monate statt. Wegen der guten Resonanz sei geplant, ihn künftig jeden ersten Sonntag des Monats zu feiern.

Ebenfalls wichtig ist Hasselhoff die Einbeziehung der jüngsten Gemeindeglieder durch die ursprünglich amerikanische Idee des „Godly Play“, bei dem die wichtigsten Geschichten des Alten und Neuen Testaments veranschaulicht werden. Auch die Kooperation mit anderen Gemeinden — im Sinne der Ökumene — steht auf ihrem Plan.

Als erstes Projekt steht aber die musikalische Aufführung von „König Salomo und die Lilien auf dem Felde“ in Juni an. Hasselhoff ist Hobbymusikerin. Die 33-Jährige singt und spielt Altflöte.

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