Steine für Bahnhof Hösel sind da

Steine für Bahnhof Hösel sind da

Die Bahnhöfe Ost und Hösel haben beim VRR-Test wieder recht schlecht abgeschnitten. Aber es wird sich ab dem Sommer etwas tun.

Ratingen. Seit elf Jahren sorgt der jährliche Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) für Diskussionsstoff bei Bahn, Städten und Kunden: Prüfer haben im vergangenen Jahr wieder alle Bahnhöfe unter die Lupe genommen und mit den Ergebnissen der Vorjahre verglichen. Für den heruntergekommenen Bahnhof Hösel hat es hoffentlich zum letzten Mal ein „Gelb“ der Prüfer gegeben: Noch vor dem Sommer will die Stadt endlich mit dem Umbau des Bahnhofsvorplatzes beginnen. Während der Sommerferien will dann die Bahn ihrerseits die Bahnsteige umbauen und für die neuen Züge noch höherlegen.

Seit 2015 bekommt Hösel stets ein „Gelb“ (noch akzeptabel) — die VRR-Prüfer bemängeln besonders die Sauberkeit sowie Graffiti-Schmierereien im Zugangsbereich und auf den Bahnsteigen. Ob sich die Sprayer von einem frisch gestrichenen Bahnhof fernhalten werden, darf allerdings bezweifelt werden: Auch der Bahnhof in Ost wurde vor ein paar Jahren während der Sommerferien komplett saniert — doch die Prüfer kommen über ein „Gelb“ nicht hinaus. Immerhin gab es ein „Grün“ für Sauberkeit und Funktion. Bekanntlich ist die Station in Ost mit insgesamt drei Fahrstühlen behindertengerecht.

In Hösel soll nun endlich nachgerüstet werden. Warum allerdings der Bahnhof in Sachen Funktion trotzdem ein „Gelb“ bekommen hat, erschließt sich vermutlich nur den Prüfern. Ein sattes „Rot“ würden Kunden mit Rollstuhl, Rollator oder Familien mit Kinderwagen für die Funktion vergeben. Die Prüfer haben doch tatsächlich eine „Rampe“ für Behinderte ausfindig gemacht: Vermutlich ist damit die Auto-Brücke gemeint, über die Behinderte einzig und allein die jeweils andere Bahnsteigseite erreichen können.

Der Bahnhof Ost ist in der Gesamtbewertung nach zwei „roten“ Jahren in 2017 auf ein „Gelb“ gekommen: Graffiti im Zugangsbereich und auf den Bahnsteigen führten zur Abwertung. Dass es auch anders geht, zeigen in der Nachbarschaft beispielsweise die Stationen Mettmann Stadtwald und Neanderthal: Seit 2015 alles komplett im grünen Bereich. Es ist also machbar.

Was ist Ratingen-Ost und Hösel wundert: Nach Angaben des VRR gibt es dort angeblich sogenannte Bahnhofspaten. Hinweise auf Mängel und Verschmutzungen an den Stationen erhalten die zuständigen Bahnhofsmanager auch von diesen Bahnhofspaten.

Für derzeit 57 Stationen konnte Station & Service Bahnhofspaten zur Unterstützung gewinnen. Auch die Profitester geben wichtige Beobachtungen sofort weiter: Sicherheitsrelevante Mängel — wie beispielsweise zerstörte Glasscheiben von Informationsvitrinen — werden unmittelbar an den zuständigen Bahnhofsmanager weitergeleitet. Diese Mängel werden auch kurzfristig beseitigt beziehungsweise die Gefahrenstellen umgehend gesichert, so der VRR.

Die Bahnsteige in Hösel sollen neugebaut werden und ein höheres Niveau bekommen, um das Einsteigen in die Züge zu erleichtern. Zur Barrierefreiheit gehört ebenfalls, taktile Leitsysteme zu installieren, die Blinden und Sehbehinderten die Orientierung erleichtern. Die Reisenden werden künftig nicht nur über Treppen auf die Bahnsteige kommen: Vorgesehen sind auch zwei neue Aufzüge. Ein Teil des Bahnsteigs in Richtung Essen wird um ein paar Meter in Fahrtrichtung verlängert und so umgebaut, dass dort auf der anderen Seite direkt die Rheinbahn-Busse halten werden. Seit ein paar Wochen liegen vor dem Bahnhof Hösel einige anthrazitfarbene Mustersteine aus. Dazu betonte Dirk Winkelmann, zuständiger Abteilungsleiter beim Tiefbauamt: „Derzeit sind wir dabei, die denkmalrechtliche Genehmigung zu erwirken. Das Leistungsverzeichnis benötigt noch den letzten ,Schliff’, und es müssen noch einige wenige Details in der Planung geklärt werden. Ich gehe davon aus, dass der erste Baubauabschnitt vor dem Sommer dieses Jahres beginnen kann.“

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