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Stadt will Dreck-weg-Tag im kommenden Jahr streichen

Stadt will Dreck-weg-Tag im kommenden Jahr streichen

Der Aktionstag soll aus Kostengründen ausfallen. Nur in Homberg wollen die Organisatoren an ihm festhalten.

Ratingen. Mit einem Aktionsprogramm will die Verwaltung gegen den Dreck in der Stadt vorgehen. Die im Jahre 2011 gegründete Projektgruppe „Unser sauberes Ratingen“ legte jetzt unter dem Motto „Aufklären, Aufräumen, Ahnden“ ein Anti-Dreck-Programm vor.

Der Aktionsplan soll in den Jahren 2015 und 2016 jeweils 23 000 Euro kosten. Großer Wermutstropfen: Der Dreck-weg-Tag soll im kommenden Jahr aus Kostengründen ausfallen. Nur in Homberg nicht: Dort kündigte SPD-Ratsfrau und stellvertretende Bürgermeisterin Anne Korzonnek am Mittwoch an, ihn weiterzuführen. Anne Korzonnek war fassungslos über die Streichung des Dreck-weg-Tages. In Homberg werde er „selbstverständlich“ weitergeführt. Sie verweist auf den Lerneffekt: „Die Hälfte der Teilnehmer sind Kinder.“ Die jährliche Aktion sei fast so etwas wie ein kleines Dorffest. Und: „Unser Homberg ist sauberer geworden.“

Immerhin war es die SPD Homberg, die im Jahre 2002 mit 50 Bürgern erstmals den Stadtteil aufräumte. Später griff auch die Stadtverwaltung die Idee auf. Zuletzt beteiligten sich etwa 1000 Bürger am Frühjahrsputz.

Im Mittelpunkt des Aktionsplanes steht „Aufklären“, also die Öffentlichkeitsarbeit.

Mit Workshops zum Thema „Saubere Schulhöfe“ an weiterführenden Schulen (6000 Euro), „Spots, Aktionen und Performances“ sowie originellen Aktionen in Mitte, West und Lintorf (20 000 Euro) will man die Bürger fürs Thema sensibilisieren.

Unter „Aufräumen“ wird vorgeschlagen, „Sonderreinigungsbereiche“ zu bilden. 2013/2014 wurden bereits für Berliner Platz und Volkardeyer Park Reinigungsleistungen vergeben.

In diesem Jahr sind 75 000 Euro dafür vorgesehen. Für den Bahnhof Ost soll ein Reinigungskonzept entwickelt werden. Der SkF, der nebenan die Radstation betreibt, hat seine Bereitschaft bekundet, täglich im Umfeld den Besen zu schwingen.

Das dritte A wie „Ahnden“ ist im Konzept allerdings schnell und vielsagend abgehandelt: Kontrollen und Präsenz „im Rahmen der verfügbaren Personalkapazitäten“.

Der Aktionsplan wird am Donnerstag, 29. Januar, Thema im Umweltausschuss sein. Die Vorlage ist im Internet zu sehen unter:

http://ris.ratingen.de