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Stadt rettet Kita von Liebfrauen vor der Schließung

Stadt rettet Kita von Liebfrauen vor der Schließung

Verwaltung will für den vollständigen Trägeranteil aufkommen.

Ratingen. Die von der Schließung bedrohte Kindertagesstätte (Kita) Liebfrauen an der Schwarzbachstraße ist gerettet. Die Stadt Ratingen will die Kita zwar nicht übernehmen, aber für den vollständigen Trägeranteil aufkommen. Die Trägerschaft bleibt also bei der Gemeinde St. Peter und Paul. Grundlage des Vertrages, über den abschließend im Rat entschieden wird, sind allerdings die stätischen Kriterien bei der Platzvergabe. Unter anderem stellt eine „bestimmte Religionszugehörigkeit kein Aufnahmekriterium dar und wird bei der Platzvergabe grundsätzlich nicht berücksichtigt“, heißt es wörtlich.

Hintergrund der Aktion ist das 20-Prozent-Sparprogramm des Bistums Köln namens „Zukunft Heute“ aus dem Jahre 2004, das angesichts der Prognose bei den Zahlen katholisch getaufter Kinder allein in Ratingen die Schließung von 18 Gruppen (darunter zwei Hortgruppen) vorsah. Betroffen waren 400 Kinder. „Neben der Übernahme von Trägeranteilen und Schließung der Hortgruppen wurden drei katholische Kitas in städtische Trägerschaft übernommen: Krummenweger Straße, Mintarder Weg und Volkardeyer Straße“,

Für Liebfrauen habe man sich mit der Gemeinde verständigen können, von Schließung oder Übernahme abzusehen und neun Prozent des zwölfprozentigen Trägeranteils von St. Peter und Paul zu übenehmen, der Anteil für die Gemeinde reduzierte sich damit auf drei Prozent. Dieser Vertrag endete bereits im Juli vergangenen Jahres, der Rat beschloss im Oktober, ihn um zehn Jahre zu verlängern.

Dann habe jedoch die Gemeinde mitgeteilt, dass der langfristige Betrieb nur sichergestellt sei, wenn die Stadt den vollen Anteil übernehme, die Vertragsverlängerung sei abgelehnt worden, so die Stadt. Die Schließung sei zum Ende des Kindergartenjahres 2019/2020 angekündigt worden. Die Übernahme des vollen Trägeranteils (zwölf Prozent ab 2018) bedeutet für die Stadt einen Mehraufwand von etwa 100 000 Euro jährlich.

Für das Jugendamt steht der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz im Vordergrund: Angesicht der „rechnerischen Unterdeckung“ bei den Plätzen könne auf die Weiterführung der Kindertagseinrichtung nicht verzichtet werden. Die Kita Liebfrauen stelle zurzeit 81 Betreuungsplätze (12 U3/69 Ü3). Sie sei die drittgrößte Kita im Planungsraum Mitte/Schwarzbach. In diesem Gebiet gehe man von „einer stabilen demografischen Entwicklung aus“, die ebenfalls die Weiterführung des Kita-Betriebes erfordere.