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Stadt Ratingen testet Wassersäcke für junge Straßenbäume

Mit neuem System gegen Rekordhitze : Stadt Ratingen testet derzeit Wassersäcke

In anderen Städten hat sich das Bewässerungssystem bewährt, in Ratingen noch nicht.

Der Sommer ist trocken, viel zu trocken. Die Bäume brauchen dringend Wasser. Und deshalb fahren die Mitarbeiter der Abteilung Stadtgrün Woche für Woche nach einem festgelegten Plan mit Wasser-Tankwagen durchs Stadtgebiet, um vor allem Jungbäume am Straßenrand zu wässern. Inzwischen bekommen sie dabei Unterstützung – und zwar von grünen Wassersäcken.

Die Erfindung ist nicht neu. In Wuppertal, Meerbusch und Hünxe beispielsweise werden die stationären Bewässerungssysteme schon eingesetzt. Jetzt werden sie auch in Ratingen getestet im Rahmen eines Pilotprojekts, wie Jörg Westkamp, Leiter der Abteilung Stadtgrün erklärt. 50 solcher Säcke, die tröpfchenweise das Wasser an die Erde abgeben, hat die Stadt angeschafft. Ob es mehr werden, soll die Testphase zeigen, die anschließend ausgewertet wird. Westkamp ist von dem Bewässerungssystem noch nicht überzeugt, will sich aber belehren lassen, wenn es tatsächlich funktioniert.

Ein Wassersack fasst
insgesamt 60 Liter

Die Wassersäcke werden derzeit vor allem in Ratingen-Mitte und Ratingen-West eingesetzt, beispielsweise rund um die Linden am Marktplatz und an den jungen Bäumen am Freiligrath- und Röntgenring. „Wir sehen es als ein zusätzliches Mittel zur Bewässerung an“, sagt Westkamp. Ein Sack fast 60 Liter Wasser. Das reicht für etwa eine Woche. Dann müssen die Säcke wieder neu befüllt werden. Allerdings kontrollieren laut Westkamp die städtischen Mitarbeiter auch zwischendurch, ob die Bäume noch zusätzlich Wasser benötigen.

Während Westkamp den Wassersäcken durchaus skeptisch gegenüber steht, erklärte ein Sprecher der Stadt Herford, wo das System ebenfalls eingesetzt wird, er sei sehr zufrieden mit dieser Technik. Sie sei zeitsparend und sehr effektiv. Aus diesem Grund will nun auch die CDU der Stadt Haan in einem Antrag für den Fachausschuss SUVA (Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr) der Stadtverwaltung einen Prüfauftrag erteilen. Der beinhaltet unter anderem, den Einsatz von Bewässerungssäcken zu untersuchen.

Jörg Westkamp dagegen setzt mehr auf das Ratinger System mit den Belüftungsstutzen, die bei allen Neupflanzungen eingesetzt werden. Dadurch lasse sich das Wasser sehr viel gezielter an die Wurzeln bringen und verdunste nicht schon an der Oberfläche, erklärt er. Ob sich die Wassersäcke in Ratingen durchsetzen werden, hängt vom Ergebnis der Testphase ab.