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Stadt Ratingen soll Geschwindigkeit messen

Eigene Messeinrichtungen : CDU: Stadt soll Tempo messen

Tempo 30 und der Kampf gegen Raser gehören zu den zentralen Themen im Wahlkampf. Nun gibt es einen Vorstoß.

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr – dass man dafür eine Menge tun muss, darüber herrscht Konsens im Rat. Doch die Mittel und Maßnahmen werden mitunter kontrovers diskutiert.

Die Verwaltung hat vor wenigen Tagen den CDU-Antrag umgesetzt, Dialog-Displays anzuschaffen:. „Gerade an Unfallschwerpunkten, Schulen, Kindergärten und Senioreneinrichtungen ist Tempo 30 angezeigt. Hier helfen die Geschwindigkeitsanzeigegeräte, die eigene Geschwindigkeit zu kontrollieren und statistische Angaben über das Fahrverhalten über mehrere Wochen zu sammeln“, betont CDU-Fraktionschef Ewald Vielhaus.

Allerdings werden in einigen Fällen auch Geschwindigkeitsüberwachungen mit Blitz und Verwarnung notwendig sein. In einem Antrag bittet die CDU-Fraktion deshalb die Stadt, eigene mobile Messeinrichtungen in Form von Anhängern mit Messeinrichtungen anzuschaffen.

Rat hat ein Maßnahmenpaket
auf den Weg gebracht

Im Juni hat der Stadtrat ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Reduzierung der Lärmentwicklung in Ratingen auf den Weg gebracht. Dabei ging es auch um die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h auf einigen Straßenabschnitten, bei denen gleichzeitig die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer dadurch verbessert werden kann. Zudem hat Ratingen an den meisten Schulen und vielen Kindergärten sowie Gesundheits- und Senioreneinrichtungen Tempo 30 angeordnet.

„In vielen Fällen konnte die Polizei allerdings die geforderten Kontrollmaßnahmen nicht im erforderlichen Umfang durchführen“, betont CDU-Ratsmitglied Klaus Weber. Mit den mobilen Messeinrichtungen für Geschwindigkeitskontrollen kann die Stadt dann eigene Kontrollmaßnahmen durchführen. Dies sei durch eine Änderung des Ordnungsbehördengesetzes durch die NRW-Landesregierung nun ermöglicht worden. Die CDU möchte, dass Ratingen diese Möglichkeit nutzt.

Überhöhte Geschwindigkeit ist einer der größten Risikofaktoren für Unfälle – ein Dauerproblem. Daher ist es besonders wichtig, dass Autofahrer gerade in sensiblen Bereichen wie in der Nähe von Schulen oder Kitas langsam fahren. Ein Problem besteht aber darin, die geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen konsequent zu überwachen, die Polizei kann nicht rund um die Uhr an allen als gefährlich empfundenen Straßen stehen. Die Stadt Ratingen will in diesem Bereich nun neue Wege gehen und die bereits erwähnten Dialog-Displays ausprobieren. Die erste Anlage wurde nun an der Gerhardstraße in Ratingen Süd installiert (die RP berichtete bereits).

Dialog-Displays sind Geschwindigkeitsmessanlagen mit einem Anzeigefeld, auf welchem dem Autofahrer direkt signalisiert werden kann, wie schnell er gerade fährt. Die Tempoangabe kann dabei auch kombiniert werden mit einer positiven oder negativen Rückmeldung (lächelnder Smiley oder Mundwinkel nach unten zum Beispiel).

„Ich glaube, dass viele Autofahrer eher in Gedanken und aus Versehen zu schnell fahren und schnell vom Gas gehen werden, wenn ihnen die Überschreitung angezeigt wird“, sagte Bürgermeister Klaus Pesch. „Daher verspreche ich mir durchaus eine positive Wirkung durch die Dialog-Displays. Diese ist im Übrigen auch schon durch Studien bestätigt worden.“

Im ersten Schritt werden zwei Modelle ausprobiert: ein solarbetriebenes, das zunächst an der Gerhardstraße zum Einsatz kommt, sowie ein kabelgebundenes, das in Kürze, nach Montage einer Steckdose an einer Straßenlaterne, die Autofahrer auf der Bahnhofstraße zur Ordnung rufen soll. Wenn sich der Einsatz bewährt, soll es zwei Anlagen je Stadtteil geben. Es ist also eine Art Pilotversuch. Anwohner der Gerhardstraße begrüßen die Maßnahme. Die Daten eines Tages werden gespeichert und können später ausgewertet werden.

Ihre eingestreute Kritik: Wegen der Ferienzeit gebe es wohl keine wirklich belastbaren ­Verkehrsdaten.