Ratingen: Stadt kämpft gegen wilde Müllkippen an

Ratingen : Stadt kämpft gegen wilde Müllkippen an

Die Verwaltung hat ein Maßnahmen-Bündel geschnürt. Die Politik will beraten.  

Es ärgert viele Bürger – nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in den Stadtteilen. Die Folgen der Wegwerfgesellschaft sind übersehbar: Wer an einem Dreck-weg-Tag teilgenommen hat, der reibt sich verwundert die Augen: Es ist schier unglaublich, welche Dinge in der Natur und am Straßenrand landen oder auf Parkplätzen in Waldgebieten deponiert werden. Politik und Verwaltung wissen nur zu gut, dass der Ärger über die Vermüllung in der Stadt weiter zunimmt. Nicht ohne Grund gibt es die Projektgruppe „Sauberes Ratingen“, die sich seit längerer Zeit mit diesem komplexen Thema befasst.

Stadt will stärker gegen
die Müllsünder vorgehen

Ende November des vergangenen Jahres hat man wieder getagt. Die SPD-Fraktion will nun wissen, wie der Stand der Dinge ist – vor allem mit Blick auf die politischen Beratungen im Februar. Bei Martin Gentzsch wurde nachgefragt, in dessen Dezernatsbereich die Kommunalen Dienste fallen und damit auch die Themen Müll und ­Abfall.

Der Kurs der Stadt ist klar: Man will stärker und vor allem entschiedener gegen Müllsünder vorgehen. Sorgen bereiten wilde Müllkippen an Containerstandplätzen. „Bereits jetzt werden wilde Müllkippen auf den Containerstandplätzen von Mitarbeitern der Stadtverwaltung kontrolliert und Hinweise gesichert, um die Verursacher ausfindig zu machen“, berichtete Gentzsch, „sollten Indizien vorhanden sein, werden seitens der Verwaltung Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.“ Auch der „Kommunale Ordnungsdienst“ werde die Containerstandplätze häufiger kontrollieren, kündigte er an.

Die Leistung „Sammlung und Transport“ aus Depotcontainern für PPK (Papier, Pappe, Karton) ist Ende des Jahres 2018 neu ausgeschrieben worden. So soll es größere Einwurfschlitze der PPK-Sammelbehälter geben, „damit Bürger insbesondere Kartonagen zukünftig besser einwerfen können“, erläuterte Gentzsch. Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen, der Zeitablauf muss zwischen der Stadt und dem künftigen Auftragnehmer noch im Detail abgestimmt werden.

Gentzsch kündigte an, dass man die Höhe der Bußgelder für illegale Abfallablagerungen überprüfen und gegebenenfalls anpassen will. Die Leerungsintervalle an den vorhandenen Depotcontainer-Standplätzen seien bereits in Abstimmung mit den beauftragten Unternehmen optimiert worden, berichtete der Dezernent.

Seit Juni des vergangenen Jahres gibt es am Zentral-Material-Lager an der Robert-Zapp-Straße einen zusätzlichen Presscontainer für Papier und Karton. Eindruck der Stadt: Die Bürger nehmen dieses Angebot gut an.

Nun überlegt man, weitere Container dieser Art aufzustellen. Das Problem: Nur fachlich geschultes Personal kann diese Container bedienen. Deshalb dürfen die Standorte nicht unbeaufsichtigt bleiben, so die Stadt.

Die Verwaltung will der Politik vorschlagen, die Wirkung der Maßnahmen abzuwarten. Zudem will man die Leerung der Blauen Tonne auf einen 14-tägigen Rhythmus umstellen. Dies hatten einige Ratsfraktionen beantragt.