Ratingen : Stadt geht gezielt gegen Ratten vor

Ratingen : Stadt geht gezielt gegen Ratten vor

Köder werden an öffentlichen Kanälen für die Nager ausgelegt. Bürger sollen Befall melden.

Unlängst gesehen: Eine wohlgenährte Ratte stöberte durch den Stadthallen-Park. Oder ein verendeter Nager, der am Wochenende auf der Karl-Theodor-Straße lag. Wie bereits berichtet, greift die Stadt im Kampf gegen die Ratten härter durch. Ein großes Problem, das auch die Politik auf den Plan gerufen hat: Besonders nach Wochenenden liegen viele Essensreste auf den Straßen – ein Schlaraffenland für die ungebetenen Tiere. Jetzt setzt die Stadt auf eine systematische Belegung mit Ködern in den öffentlichen Kanälen.

Auf der Grundlage eines Vertrages mit der Innotec Abfallmanagement Firma wurde jeder zweite Kanaldeckel mit einem Köder versehen und entsprechend farblich markiert. In regelmäßigen Abständen erfolgen durch die Schädlingsbekämpfer die Nachkontrolle der belegten Bereiche und eine eventuelle Neubelegung mit
Ködern.

Ordnungsamt nimmt Meldungen über Rattensichtungen entgegen

Parallel zu den Maßnahmen im Kanalnetz erfolgt eine anlassbezogene Bekämpfung von Ratten auf öffentlichen Flächen. Das Ordnungsamt der Stadt nimmt Meldungen über Rattensichtungen entgegen und wird Innotec mit den erforderlichen Maßnahmen beauftragen. Die Meldungen sollten per E-Mail an amt32@ratingen.de gehen und neben Name und Anschrift eine telefonische Erreichbarkeit und Angaben zur Art und zum Ort des Befalls enthalten.

Ordnungsdezernent Harald Filip ist überzeugt, dass die Maßnahmen greifen: „Auch wenn Ratingen kein massives Rattenproblem hat, wird durch die systematische Bekämpfung im Kanalsystem das Auftreten der Schädlinge im öffentlichen Raum doch deutlich zurückgehen.“ Bei einem Rattenbefall auf Privatgrundstücken besteht gemäß der für Ratingen geltenden ordnungsbehördlichen Verordnung eine Meldepflicht.

Eigentümer und sonstige Verpflichtete müssen einen Rattenbefall auf ihren Flächen unverzüglich auf eigene Kosten durch einen von ihnen zu beauftragenden Fachbetrieb der Schädlingsbekämpfung oder durch geeignete Eigenmaßnahmen in Angriff nehmen. Dies gilt auch für private Kanäle und sonstige private Abwasseranlagen.

Das Ordnungsamt weist darauf hin, dass nach der geltenden Verordnung als vorbeugende Maßnahme alle Ansammlungen von Müll und Gerümpel, die das Entstehen von Rattenherden begünstigen, zu vermeiden sind. Die offene Lagerung von Lebensmitteln, Lebensmittelresten, Tierfutter, Fäulnisprodukten und Unrat auf Grundstücken ist verboten. Zur Vorbeugung gegen Rattenbefall im Garten sollten möglichst geschlossene Komposter verwendet werden, so der Tipp.

Erstbelegung von Ratten
läuft derzeit laut Stadt noch

Für eine Bewertung des Erfolges der im Juli angelaufenen Maßnahmen (systematische Belegung der öffentlichen Kanäle) sei es noch etwas zu früh, so die Stadt. Die Erstbelegung laufe zurzeit. Erst im Anschluss erfolgt die Kontrolle. An Stellen, an denen Köder angenommen wurden, gibt es eine Neubelegung, bis davon auszugehen ist, dass der Bereich „rattenfrei“ ist. So kam es nach der ersten Berichterstattung Mitte Juli vermehrt zu Hinweisen aus der Bürgerschaft, die sich häufig auf Privatgelände bezogen. Nach Prüfung durch den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) werden die Eigentümer dann bei Bestätigung des Befalls mit Fristsetzung (14 Tage) zur Ergreifung von Maßnahmen aufgefordert.

In der Regel könne man davon ausgehen, dass diese dann auch tätig werden (schon im Eigeninteresse und auch da sonst wiederholt Rattenmeldungen eingehen würden).

Die Durchführung der Maßnahme wird durch den KOD nach einer Karenzzeit nach Fristablauf nachgehalten. Sollte der Eigentümer im Einzelfall nicht tätig werden, kann es erforderlich werden, dass die Stadt selbst Maßnahmen beauftragt und dem Eigentümer dies in Rechnung stellt. Die Firma Innotec Abfallmanagement bekam anlässlich einer europaweiten Ausschreibung, die die Städte Haan, Heiligenhaus, Hilden, Mettmann, Wülfrath und Ratingen mit Unterstützung der Kommunal Agentur NRW durchgeführt haben, den Zuschlag.

Da Innotec in allen beteiligten Städten den Auftrag erhielt, erfolgt dort eine Bekämpfung nach gleichen Standards. Damit ist diese Kooperation von sechs Städten ein gutes Beispiel für Zusammenarbeit.

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