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Sperrung A 52: Breitscheider fürchten Chaos

Sperrung A 52: Breitscheider fürchten Chaos

Im Juli wird die A52 am Breitscheider Kreuz für drei Monate gesperrt. Pendler werden dann Schleichwege nutzen.

Ratingen. Wenn es auf den Autobahnen rund um Ratingen oder speziell am Breitscheider Kreuz Staus gibt, merken das die Ratinger sofort: Dann geht auf innerstädtischen Straßen nichts mehr. Besonders die großen Ausfallstraßen wie Mülheimer Straße oder Blyth-Valley-Ring sind dann hoffnungslos verstopft. Stoßstange an Stoßstange stehen die Autos aber auch auf der Kaiserswerther Straße oder Kölner Straße in Breitscheid.

Ab Juli droht das Chaos die ganze Zeit: Dann wird am Breitscheider Kreuz die A 52 in Richtung Essen für drei Monate komplett abgeriegelt. Der Landesbetrieb Straßen NRW muss im Bereich der Ruhrtalbrücke umfangreiche Sanierungsarbeiten durchführen.

In Breitscheid und Lintorf ist die Sorge groß, dass die Pendler auf dem Weg ins Ruhrgebiet die längere Umleitung über die A 3 und A 40 meiden und Schleichwege suchen — und so für ein Verkehrschaos in den Stadtteilen sorgen werden.

Vor allem der Hasenbrucher Weg in Breitscheid — kaum mehr als ein asphaltierter Feldweg — könnte den Autofahrern als Bypass von und nach Kettwig dienen. Dort ist die A 52 in Richtung Essen wieder befahrbar.

Die CDU fordert deshalb, dass die Verwaltung frühzeitig nach geeigneten Maßnahmen sucht, um „ein solches Szenario und vergleichbare Problemlagen in anderen Bereichen Breitscheids und Lintorfs rechtzeitig und effektiv zu vermeiden.“

Das Thema kommt im Bezirksausschuss Lintorf/Breitscheid auf die Tagesordnung. Bis dahin soll die Verwaltung prüfen, ob und wie eine Nutzung des Hasenbrucher Weges vermieden werden kann. Stefan Willmann (Bürger-Union) sieht sogar noch weitere potenzielle Schleichwege, die genutzt werden könnten. „Manche werden den Weg über Mülheim versuchen.“

Das Ordnungsamt dämpft indessen die Erwartungen. „Große Möglichkeiten haben wir nicht. Wir können nicht einfach Straßen sperren“, sagt Abteilungsleiterin Claudia Stüber. Norbert Cleve von Straßen NRW rechnet fest mit Verkehrsbehinderungen: „Wir werden nicht ohne Staus auskommen. Und natürlich werden einige versuchen, auf anderen Wegen ans Ziel zu kommen. Das lässt sich nicht verhindern.“

Die Bürgerschaft Breitscheid hat die geplante Autobahnsperrung ebenfalls auf der Agenda. Neben dem Hasenbrucher Weg könnten auch die Essener- und die Kölner Straße als Ausweichstrecken genutzt werden, sagt Vorsitzender Jürgen Döppeler.

Die Bürger wollen im Juni den Landesbetrieb Straßen, die Stadtverwaltung, Parteien, aber auch benachbarte Bürgervereine aus Selbeck und Kettwig zu einem Runden Tisch einladen. Gemeinsam soll dann über mögliche Folgen gesprochen werden. Döppeler: „Wir fürchten vor allem, dass sich der Schwerlastverkehr und Pendler, die ins Ruhrgebiet wollen, durch die kleinen Stadtteile quälen.“