Auf Rathausplatz So läuft die Ratinger Kita-Demo am Montag ab

Ratingen · Das Organisatorenteam findet bei seinen Vorbereitungen breiten Zuspruch. Es gibt am 15. April auf dem Rathausplatz auch ein Rahmenprogramm für Kinder.

Die personelle Situation in den Kitas wird am kommenden Montag, 15. April, auf dem Rathausplatz ein Thema sein.

Die personelle Situation in den Kitas wird am kommenden Montag, 15. April, auf dem Rathausplatz ein Thema sein.

Foto: dpa/Monika Skolimowska

Die umtriebigen Organisatoren der großen Kita-Demo, die am Montag, 15. April, ab 15.30 Uhr auf dem Rathausplatz stattfinden wird, arbeiten mit Hochdruck an den Vorbereitungen. Nun gibt es neue Details zur geplanten Veranstaltung. So habe man am vergangenen Samstagvormittag bei gutem Wetter Demo-Flyer auf dem Marktplatz verteilt.

Es sei äußerst ermutigend gewesen, dass „unsere Initiative auf ein breites positives Echo stieß“, heißt es in einer Mitteilung. Viele Familien waren über die Veranstaltung bereits durch private Netzwerke oder über ihre Kitas informiert worden und haben die Demo fest eingeplant. „Einige bringen gleich den ganzen Kindergarten mit“, so die Organisatoren, zu denen auch der Elternbeirat der Awo-Kita an der Daagstraße gehört.

Man hat sich entschieden, die Kundgebung am Nachmittag stattfinden zu lassen, damit möglichst viele Familien, Angehörige der Erziehungsberufe sowie alle anderen Interessierten und Betroffenen dazukommen können, ohne sich freinehmen zu müssen.

Damit die Kinder sich nicht langweilen, gibt es ein kleines Rahmenprogramm. „Wir freuen uns sehr darüber, dass das Ensemble der Naturbühne Blauer See uns bei diesem Anlass mit einem kurzen Gastauftritt unterstützt. So werden Pettersson und Anna Andersson, zwei Figuren aus den beliebten Geschichten um Pettersson und Findus, mit den Kindern zum Auftakt das Titellied anstimmen und für gemeinsame Fotos posieren“, geben die Organisatoren bekannt.

Da die traditionsreiche Saison-Aufführung auf der Naturbühne am Blauen See wegen heftigen Überflutungen in diesem Jahr ins Wasser fällt, ist dem Ensemble ein erheblicher Teil seiner Jahreseinnahmen weggebrochen. Man zeigt sich solidarisch und wird am Montag zu Spenden aufrufen, um das Team von Theaterconcept zu unterstützen. Zudem wird es mehrere Schminkstationen und einen Zauberer geben.

Einige Absagen für
die Diskussionsrunde

Es soll am Nachmittag auch eine Podiumsdiskussion stattfinden: Doch es sind bereits einige Absagen eingetroffen. So hat Josefine Paul (Grüne), Ministerin unter anderem für Kinder, Jugend, Familie, „aufgrund einer Terminkollision“ abgesagt. So auch Klaus Bremen, vom Deutschen Kitaverband, Landesverband NRW, und Peter Beyer, Ratinger CDU-Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Mettmann II. Er habe die fehlende Zuständigkeit des Bundes als Grund angegeben. „Genau da wollen wir unter anderem ansetzen und die Beteiligung des Bundes erleichtern“, heißt es in einer Mitteilung.

Verbindliche Zusagen seitens Klaus Pesch, Bürgermeister der Stadt, und Sabine Klocke, Leiterin des Jugendamts, stehen noch aus. „Zu unserer Verwunderung ist der Jugendamtsbeirat Ratingen gegenüber unseren Kontaktversuchen bislang sehr zurückhaltend“, so die Demo-Veranstalter.

Zusätzlich habe man noch die Arbeiterwohlfahrt (Awo) und den IHK-Ausschuss Ratingen zur Diskussion eingeladen – dies auch, um die Perspektive der Unternehmen abzubilden, die ihrerseits auch die sich häufenden Personalausfälle aufgrund von kurzfristigen Betreuungsausfällen an den Kitas kompensieren müssen.

In solchen Fällen fordern Arbeitgeber mittlerweile vermehrt Bescheinigungen der Kitas über die Ausfälle ein – was für das Personal zusätzliche Bürokratie schafft.

Wenn Familien nicht unterstützt werden, indem Kinder nicht betreut und gefördert werden können, betrifft das die gesamte Gesellschaft, so auch kurzfristig, weil die Produktivität des Landes aufgrund der Beschäftigungsausfälle berufstätiger Eltern leidet – und das in einem weiteren Rezessionsjahr. So lautet eine der Kernbotschaften der Organisatoren. Für alle Kinder bedeute der regelmäßige Betreuungs- und Förderausfall, dass ihre Bedürfnisse einmal mehr hintangestellt werden. Insbesondere Kindern mit erhöhtem Förder- und Integrationsbedarf wird auf diese Weise erschwert, bestehende Entwicklungslücken zu schließen, heißt es. Man habe viel Zuspruch von verschiedensten Stellen erhalten. So bewirbt das Verdi-Kita-Netz NRW die Demos in Ratingen und Düsseldorf.

Bei den Zuständigkeiten seien es nicht einzelne Institutionen, die die Kita-Krise verursacht hätten, so die Organisatoren, „vielmehr verorten wir die Ursache im Kompetenz-Dickicht von Kommune, Träger und Land, das eher zum Weitergeben als zum An-Sich-Reißen von Verantwortlichkeiten einlädt“.

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