Schulprojekt soll über Aggression aufklären

Schulprojekt soll über Aggression aufklären

Prinzenpaar und Diakonie stellen ein neues Jungs-Projekt für Schulklassen vor.

Ratingen. Er hat gebrüllt, getrommelt, gestampft, geschlagen, gekämpft, gerangelt. Aber kein Vergleich zu dem, was jetzt kommt: Zur Verleihung des Prinzenordens von Roland I. und Ewa beugt sich die Prinzessin weit vor und haucht dem Klassensprecher der 7b drei Bützchen auf die Wangen. Seine Kumpels feixen, doch dann klatschen sie anerkennend ab. Weiter geht’s mit „Kampfesspielen gegen Gewalt an Schulen“.

Für das Projekt der Düsseldorfer Diakonie sammelt das Ratinger Prinzenpaar. Solange der Spendentopf trägt, können sich alle Ratinger Schulen und Jugendeinrichtungen für die kostenlose Projekttage anmelden. Bis zu zwölf Jungen zwischen 11 und 15 Jahren können teilnehmen. Der Tag beginnt mit einem Bewegungsspiel. Bei einem gemeinsamen Frühstück geht es um den „Jungenalltag“, bevor dann die „Kampfesspiele“ starten.

„Wir möchten einen Schutzraum für Jungen schaffen. Hier können sie ihre Rüstung ablegen und Vertrauen aufbauen“, erläutert Projektleiter Malte Schulz. Es geht um ein spielerisches Kräftemessen, Was ist der Unterschied zwischen einem fairen Kampf und roher Gewalt? Wie wichtig ist Fairness im Alltag? Idealerweise können die Jungs am Ende bewusster reagieren, wenn ihnen Gewalt im Alltag begegnet. Und bekommen eine Ahnung, wie das Leben so ist in der Männer-Rolle. Erfahrungen, die die Jungs sonst nirgends machen können. Schulz: „Im normalen Schulbetrieb sind männliche Kraft und Dynamik ja eher selten gefragt.“

Während die Jungs artig weitere Orden und Anstecker der Ratinger Karnevalisten entgegennehmen, schildert der zwölf Jahre alte Dean, wie er den Projekttag erlebt hat: „Ich hatte gedacht, wir machen hier bloß einige Sportübungen zusammen. Aber das war deutlich besser; vor allem der Teil mit der Fairness.“

Über eine Freundin hatte das Ratinger Prinzenpaar Roland I. und Ewa I. von dem Diakonie-Projekt „Alle Mann“ erfahren. Das Prinzenpaar verzichtet auf Geschenke und ruft stattdessen dazu auf, die Arbeit der Diakonie mit einer Spende zu unterstützen „Für Jungen ist es wichtig, einen eigenen Raum zu haben, um ihre Rolle in der Gruppe und den fairen Umgang miteinander sprechen zu können“, erläuterte Prinz Roland.

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