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Schulen in Ratingen: Digital-Paket sorgt für Wirbel

Ratingen : Digitalisierung als Wahlkampfthema

Die Stadt hat nach eigenen Angaben in Sachen digitale Ausstattung stark aufgeholt. Doch die Investitionsoffensive an den Schulen stößt auch auf Kritik. Die Fraktion der Bürger Union fragt: Warum kommt das Ganze erst jetzt?

Klar: Es war ein Kraftakt. Und der ist längst noch nicht abgeschlossen. Die Schuldigitalisierung ist in den Sommerferien deutlich vorangekommen. Das stellt die Stadtverwaltung in einem ersten Fazit fest. Doch es gibt auch Kritik aus den Reihen der Fraktion der Bürger Union (BU) – nicht unbedingt an dem Maßnahmen-Paket selbst, sondern am Zeitpunkt der Umsetzung. Die BU stellte die Frage, warum dieses so wichtige Projekt, auf dessen Erledigung die Eltern, Lehrer und Schüler seit Jahren warten, nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt realisiert wurde.

Die BU kritisiert seit Jahren, dass die Verwaltung es bislang versäumt habe, die notwendigen Maßnahmen für eine breitangelegte Digitalisierung zu ergreifen. Mit Antrag vom 26. Mai hatte die Fraktion der BU Bürgermeister Klaus Pesch aufgefordert, den sofortigen Aufbau von Netzstrukturen in allen Schulen zu veranlassen und alle veraltete Computerhardware an den Schulen auszutauschen. Und man hatte obendrein angemahnt, dass die Verwaltung sofort handeln und die erforderlichen Schritte einleiten muss, um die Versäumnisse aus den vergangenen Jahren aufzuholen.

Die Stadt betont höchst zufrieden: Alle Schulen sind nun ans Gigabit-Internet angeschlossen. NRW-weit sei das laut einer aktuellen WDR-Umfrage nur in jeder dritten Schule der Fall. Die Inhouse-Verkabelung und die Einrichtung von W-Lan-Access-Points seien erheblich beschleunigt worden, so dass alle Schulen die technischen Voraussetzungen fürs ultraschnelle kabellose Surfen bereits jetzt zur Verfügung hätten.

Selbst für das Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium, in dem die endgültige Verkabelung im Zuge der Großsanierung vorgenommen wird, hat Bürgermeister Pesch nach eigenen Angaben eine schnelle Lösung veranlasst. Dort werden Access-Points in diesen Tagen installiert.

Gleichzeitig wurden zu Beginn der Sommerferien Endgeräte und Präsentationstechnik für die Schulen im Gesamtwert von 1,6 Millionen Euro bestellt, womit die aktuellen Medienpläne der Schulen laut Stadt erfüllt werden. Weitere Großbestellungen sind in Vorbereitung.

„Um all das in der kurzen Zeit der Ferien zu erreichen, war ein enormer Kraftakt in vielen Bereichen der Stadtverwaltung nötig“, bilanzierte Pesch. Alle Aktivitäten zur weiteren Verkabelung und zur Einrichtung von W-Lan-Infrastruktur an Schulen seien vorgezogen worden – mit dem Ergebnis, dass zu Beginn des Schuljahres alle Schulen am Glasfasernetz der Kommitt angeschlossen sind (einzige Ausnahme ist die Christian-Morgenstern-Schule, da in Homberg die Glasfaserleitungen erst 2022 verlegt werden, dort wurde als Zwischenlösung ein alternativer Breitband-Anschluss installiert).

 Am 1. Juli hatte Klaus Pesch per Dringlichkeitsbeschluss die Beschaffung von rund 2500 mobilen Endgeräten und Präsentationstechnik für die Ratinger Schulen veranlasst. Die Wahl fiel nach Abstimmung mit den Schulen unter anderem auf 2500 Tablet-PCs und rund 250 Smart-TVs für die Präsentation in Klassenräumen (statt sogenannter Whiteboards). Der Auftrag wurde am 4. August ­erteilt.