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Schmierereien: Großer Ärger bei den Bürgern.

Ratinger Innenstadt : Graffiti-Sprayer verunstaltet die Stadt

Ein Schriftzug erscheint an vielen Stellen im Stadtgebiet. Wer dahinter steckt, ist unklar. 

(kle) Michael Baaske, Mitarbeiter des Jugendamtes, ist ein Mann, der mit wachen Augen das Stadtgeschehen beobachtet und dokumentiert – so auch im aktuellen Fall. Er betont: „Seit Monaten entdecke ich in der Ratinger Innenstadt und ganz besonders in der Wallstraße das gesprühte Logo ,bug’. Dieser Schriftzug erscheint an unzähligen Hauswänden, auf Verteilerkästen, auf Garagentoren, auf Baustellenschildern und an Altglascontainern.“

Wer steckt dahinter? Und was bedeutet das Zeichen? Bisher hat Baaske keine Antworten darauf gefunden. Man findet das Logo auch in Düsseldorf, so zum Beispiel auf der Reichswaldallee und entlang der Oberrather Straße, sagt er.

Fakt ist: Viele Bürger stören sich massiv an gesprühten Darstellungen auf öffentlichen Flächen. Und man hat den Eindruck, dass die Zahl der beschmierten Wände und Kästen immer noch zunimmt – ein großes Problem. Mit der Einführung eines sogenannten Online-Mängelmelders können die Bürger selbst Beschädigungen und Vermüllung der Stadt Ratingen melden. Mit Hilfe eines Links in der Ratingen-App sollen sie so ganz unbürokratisch anzeigen, wann und wo sie Mängel an Straßen, Gehwegen, Beschädigungen, Müll an Containern, Spielgeräten auf städtischen Spielplätzen und Graffiti entdeckt haben.

„Mit diesem Online-Mängelmelder kann die Stadt Ratingen schnell handeln und schafft eine effektive Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltung“, teilt die CDU-Fraktion mit, „leider häufen sich nach wie vor illegale Abfallentsorgung, Schmierereien und ­Beschädigungen.“

Klar: Das Graffiti-Problem ist nicht lokal begrenzt. Auch im Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) tritt das Problem massiv auf. Von den 297 Bahnhöfen sind 131 Stationen als „akzeptabel“, 93 als „noch akzeptabel“ und 73 als „nicht akzeptabel“ im aktuellen Stationsbericht bewertet worden. Hauptgrund für den gestiegenen Anteil an „nicht akzeptablen“ Stationen seien Graffiti-Taten, teilt der VRR mit. Eine erhebliche Abwertung der Stationen erfolge nach wie vor durch diese gravierende Form von Schäden an Oberflächen.

Sauberkeit und Funktionsweise im Zugangsbereich und an den Bahnsteigen in Hösel und Ratingen Ost sind laut Stationsbericht „noch akzeptabel“, das gilt aber nicht für den dritten Bewertungsaspekt – die Graffiti-Schäden. In diesem Bereich erhalten beide Stationen tiefrote Punkte. Sie sind also laut VRR-Testurteil in einem „nicht akzeptablen“ Zustand.

„Nach Ansicht vieler Fahrgäste tragen Graffiti-Schäden erheblich zum negativen Eindruck einer Station bei“, heißt es beim VRR.