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Rocken und Tanzen für mehr Respekt

Rocken und Tanzen für mehr Respekt

Der Integrationsrat und die Ratinger Band Greyhounds hatten zum Rockkonzert eingeladen.

Ratingen. „Rock for Respect“ nannten die Organisatoren die Veranstaltung in der Manege zugunsten Jugendlicher mit Migrationshintergrund. Tatkräftig unterstützt wurden sie bei ihrer Arbeit durch den ersten Beigeordneten Rolf Steuwe. Schirmherr war Bürgermeister Klaus Pesch. „Es gibt bereits viele Projekte und Initiativen für Integration und überall ist Geld nötig. Das Thema, das am meisten brennt, ist die Unterstützung jugendlicher Immigranten“, erklärte Samuel Awasum, Vorsitzender des Integrationsrates und höchst beliebter Ex-Prinz während eines Infotainmentblocks in der Konzertpause.

Samuel Awasum, Vorsitzender des Integrationsrates

Gemeinsam mit Pesch berichtete er über die Aufgaben des Integrationsrates und die bisherige, gut funktionierende Integrationsarbeit in der Stadt, die über die reine Willkommenspolitik hinausgehe. Außerdem stellte er das Projekt „Jugend-Power im Takt“ vor, das durch die Erlöse des Abends aus den Eintrittsgeldern, dem Verzehr und den Spenden finanziell unterstützt wurde: Mittels professionellem Coaching soll den Jugendlichen mit Hilfe einer Tanz-Performance die Möglichkeit gegeben werden, Frustration in Motivation zu verwandeln. „Viele von ihnen haben Probleme zu Hause und in der Schule, kennen wenige oder keine Regeln oder müssen traumatische Erlebnisse verarbeiten. Wir denken, dass wir sie mit Musik am besten erreichen können“, so Awasum.

So bekamen die Konzertgäste ein musikalisches Highlight in der Manege geboten. Sie lauschten soliden Rockklängen unvergesslicher Größen, von AC/DC über Deep Purple bis hin zu Marius Müller Westernhagen und den Rolling Stones, präsentiert von der beliebten Breitscheider Coverband Greyhounds. Begeistert „ruderten“ Gäste und Organisatoren zu Achim Reichelts „Aloha Heja“, sangen lautstark bei BAPs „Verdamp lang her“ mit oder erstürmten bei Altbekanntem wie „Summer of 69“ von Bryan Adams die Tanzfläche. „Es ist eine tolle Stimmung, die Leute sind klasse, das Essen ist lecker. Und vor allem die Musik ist genau mein Fall, erinnert mich an meine Zeit früher“, schwärmte Karin Baumann. Sie machte gerade eine Tanz- und Singpause und belud an einem reichhaltigen Buffet ihren Teller mit Leckereien, die die Ratinger Migrantenvereine zubereitet hatten.

„Integration ist ein Prozess mit dem Bestreben, Neues und neue Leute kennenzulernen“, sagte Awasum. Peter Hense, Gitarrist der Greyhounds, fügte hinzu, dass diese Integration aber einseitig nicht funktioniere, sondern beide Seiten an einem Strang ziehen müssen.

Rund 100 Besucher nutzten „Rock for Respect“ als Möglichkeit, um zusammen zu kommen und durch gegenseitiges Kennenlernen Hemmschwellen abzubauen. Die Veranstalter waren zufrieden, auch wenn es ein paar Besucher hätten mehr sein können. Sie hoffen darauf, dass die Anwesenden als Multiplikatoren die Botschaft des Abends weitertragen. Das Konzert war jedenfalls nur der Anfang. Awasum und die Greyhounds sind bereit für eine Fortsetzung im kommenden Jahr.