Religionen rufen zur Demo auf

Kirchen,islamische und alevitische Gemeinde sowie der jüdische Kulturverein laden für Sonntag zur Kundgebung.

Ratingen. Paris, die Opfer des Terrors, die rohe Gewalt, der Fanatismus — all dies hat die Welt aufgewühlt. Die Menschen gehen auf die Straße, um ein Zeichen für ein starkes Miteinander zu setzen. Auch die Bürger der Stadt Ratingen wollen am Sonntag ab 19 Uhr für Weltoffenheit einstehen. Botschaft: Wir lassen uns nicht durch Terror und blanken Hass auseinanderdividieren, wir stehen zusammen. Am Mittwoch nun stellten die Organisatoren Details der Kundgebung vor.

Evangelische und katholische Kirchen, die islamische und alevitische Gemeinde sowie der jüdische Kulturverein rufen die Bürger auf, sich an der Kundgebung zu beteiligen. Auch die Stadt mit Bürgermeister Klaus Konrad Pesch an der Spitze ist dabei. Der sprach am Mittwoch im Blick auf die Geschehnisse von Paris von „barbarischen Angriffen auf Unschuldige“. Es gehe um ein weltpolitisches Friedensthema, befand der Verwaltungschef.

Pfarrer Matthias Leithe (Evangelische Kirche) hatte auf dem ökumenischen Neujahrsempfang mit starken Worten den Anstoß zu dieser Veranstaltung gegeben, die am Sonntag ab 19 Uhr vor dem Marktplatz bei St. Peter und Paul beginnen wird. „Von dort wollen wir gemeinsam zur Moschee am Westbahnhof gehen. Auf dem Weg dorthin werden wir auch den alten jüdischen Friedhof an der Werdener Straße passieren“, erläuterte Leithe.

Pfarrer Daniel Schilling (katholische Kirche) betonte, dass man ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen will. „Wir wollen in unserer Stadt, die geprägt ist von Toleranz, Freiheit und Nächstenliebe, mit allen Menschen friedlich zusammen leben“, so der Pastor.

Die Organisatoren betonten, dass das weltoffene Miteinander der Kulturen und Religionen seit langem gelebte Normalität sei. So erklärte zum Beispiel Emin Arslan von der Türkisch-Islamischen Gemeinde (DITIB), dass es pro Jahr rund 40 Moschee-Führungen gebe.

Man akzeptiere nicht, dass „Menschen wegen der Freiheit der Meinungsäußerung und der Religionsausübung getötet werden“.

Wie viele Menschen an der Kundgebung letztlich teilnehmen werden, ist zurzeit noch nicht absehbar. Leithe und Schilling könnten sich aber mindestens 1000 Bürger vorstellen, die vom Marktplatz aus zur Moschee ziehen werden.