Ratingen: Verkehrskonzept Ost: Esprit-Kreisel weicht Kreuzung,  Schappe-Straße wird an die Mettmanner Straße angebunden.

Ratingen : Neues Konzept für den Esprit-Kreisel

Umfangreiche Umbauarbeiten sind für Ratingen-Ost nötig, um Verkehr Herr zu werden.

Das Verkehrskonzept Ratingen-Ost liegt endlich vor. Die Stadt hatte es in Auftrag gegeben, nachdem das neue Gewerbegebiet Schwarzbachquartier auf dem ehemaligen Balcke-Dürr-Gelände und der Umzug von Edeka Kels für neue Verkehrsströme gesorgt haben. Nach Angaben von Baudezernent Jochen Kral zeige sich mit Blick auf die Ergebnisse des Gutachtens, „dass die Verkehrsströme dauerhaft bewältigt werden können, allerdings sind umfangreiche Umbauten der meisten Knotenpunkte rund um das neue Schwarzbach-Quartier erforderlich“. Die Kreuzung Homberger Straße/Balcke-Dürr-Allee soll ausgebaut werden und der Kreisverkehr Straße/Balcke-Dürr-Allee gegen eine Kreuzung mit Ampelanlage ersetzt werden. Untersucht wurde Ratingen-Ost südlich der Homberger Straße. Insgesamt 15 Knotenpunkte, die sich gegenseitig beeinflussen, flossen in die Berechnungen und Simulationen ein. Hinzu kommt eine wichtige neue Anbindung. Das Ergebnis: „Wenn die vorgeschlagenen Baumaßnahmen durchgeführt werden, kann der Verkehr in Ratingen-Ost trotz des höheren Fahrzeugaufkommens im und rund um das Schwarzbach-Quartier deutlich besser abgewickelt werden als heute.“

Hauptverkehrsstrom strebt den Autobahnauffahrten entgegen

Dass der Kreisverkehr Mettmanner Straße/Balcke-Dürr-Allee schon heute im nachmittäglichen Berufsverkehr nicht leistungsfähig genug ist, wissen viele Autofahrer. Das Problem ist, dass der Hauptstrom von der Balcke-Dürr-Alle nach links in die Mettmanner Straße und zu den Autobahnauffahrten strebt. Kral: „Nach dem Ausbau des Schwarzbach-Quartiers wäre dieser Kreisverkehr völlig überlastet.“ Selbst ein zweispuriger „Turbo-Kreisverkehr“ würde nicht für fließende Verkehrsströme sorgen. Es wurden der Bau einer Brücke (Überflieger) oder eines Tunnels für die Linksabbieger zur Autobahn geprüft.

Von der Josef-Schappe-Straße soll eine Verbindung zur Mettmanner Straße entstehen. Am Brüll wird abgebunden. Foto: Blazy, Achim (abz)

Beides wäre realisierbar, aber mit Kosten von 6,5 Millionen Euro (Brücke) beziehungsweise 9,7 Millionen (Tunnel), jeweils nur für das reine Bauwerk ohne Nebenkosten wie Grunderwerb, Leitungen, Entsorgung von Altmaterial, sehr teuer. Ein Fachbüro schlägt eine stark ausgebaute Ampelkreuzung vor, mit zwei Linksabbiegespuren von der Balcke-Dürr-Allee in die Mettmanner Straße.

Als Anbindung des Schwarzbach-Quartiers an das Hauptwegenetz soll von der Josef-Schappe-Straße eine Verbindungstangente entlang der S-Bahn-Gleise zur Mettmanner Straße gebaut werden. Die Anliegerstraße Am Brüll muss wegen des Gefälles abgebunden werden. Die Anwohner würden weiter von der Balcke-Dürr-Allee bei Esprit erreichbar sein.

Die Hugo-Schlimm-Straße soll durch Poller gesperrt werden

 Die Kreuzung Homberger Straße/Balcke-Dürr-Allee/ Festerstraße wird ausgebaut — allerdings wegen Platzmangels nicht so, wie dies nötig wäre. „Deshalb wird es auch nach dem Ausbau zwei Fahrbeziehungen geben — Linksabbieger aus der Balcke-Dürr-Allee und aus der Festerstraße —, die in der morgendlichen Spitzenstunde länger als 70 Sekunden warten müssen“, so Kral. Entlang der Balcke-Dürr-Allee und der Josef-Schappe-Straße müssen Einmündungen umgestaltet werden. Die Hugo-Schlimm-Straße soll durch Poller gesperrt werden, um den „ausufernden Parksuchverkehr“ aus dem Wohngebiet herauszuhalten.

Die Einmündungen der Autobahnanschlüsse Schwarzbach in die Mettmanner Straße sollen ausgebaut und durch Ampeln geregelt werden. Die Kosten übernehme zum Teil der Investor des Schwarzbach-Quartiers, an weiteren werde er sich finanziell beteiligen, so Kral.

Die Ergebnisse des Verkehrskonzeptes werden bei einer Informationsveranstaltung vorgestellt.

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