Museum Ratingen Ausstellung „Künstlerräume“ läuft länger

Ratingen · „Künstlerräume und Porträtfotografien“ lautet der Titel einer Präsentation im Museum.

Die Ausstellung im Museum Ratingen präsentiert unter anderem Werke von Peter Brüning.

Die Ausstellung im Museum Ratingen präsentiert unter anderem Werke von Peter Brüning.

Foto: Achim Blazy (abz)

(Red) Das Museum Ratingen verlängert seine Sammlungsschau „Künstlerräume und Porträtfotografien“ bis zum Sonntag, 17. März. Hierin veranschaulichen moderne und zeitgenössische Werke von Peter Brüning, Gerhard Hoehme, Emil Schumacher, Hann Trier und Paul Schwer einzelne Stationen der Kunstentwicklung seit 1945.

Gemälde, Plastiken und Zeichnungen aus der Museumssammlung sowie Dauerleihgaben der Sammlung Ganteführer werden mit ausgewählten Leihgaben zusammengeführt. Darunter befinden sich zwei Exponate aus dem Nachlass Peter Brünings. Der Bogen wird von Gemälden des Informel bis hin zur aktuellen Plastik von Paul Schwer gespannt. Im Dialog zu den Kunstwerken geben Film- und Fotoporträts Einblicke in das künstlerische Schaffen. Die Aufnahmen liefern einen lebendigen Blick in die sonst verborgenen Orte der Kreativität.

Malerei des Ratinger Künstlers Peter Brüning aus seiner gestisch-informellen Phase wird zusammen mit Arbeiten gezeigt, die ab 1964 in eine reduziertere Bildsprache mit signalhaften Zeichen übergehen. Atelieraufnahmen der 1960er-Jahre von Maren Heyne und Manfred Leve bereichern die malerischen und plastischen Werke. Von Emil Schumacher präsentiert das Museum Ratingen Werke aus den 1980er-Jahren. Souverän verwendet der abstrakte Maler pastos aufgetragene Farbe, leuchtende Pigmente, kontrastierendes Schwarz. Ralf Cohen und Barbara Klemm haben ihn in Aktion fotografiert. Filmemacher Werner Raeune veranschaulicht in bewegten Bildern beispielhaft den kreativen Prozess.

Gerhard Hoehme, Mitglied der ‚Gruppe 53‘ und Wegbereiter des Informel im Rheinland, war vom französischen Tachismus und Carl Buchheister geprägt. Charakteristisch für seine Arbeiten wurde die Verwendung von Schläuchen und Schnüren, die er gleichsam herauswachsen ließ aus seinen malerischen Werken, und so neue räumliche Strukturen schuf.

Hann Trier wird gezeigt mit einzelnen Beispielen aus seinem Œuvre, die von seiner Zeit der Künstlergruppe ‚junger westen‘ in den 1950ern bis hin zu den 1980er-Jahren reichen. Für sein großformatiges vierteiliges Panoramabild „Die Winterreise“ (1981) ließ sich der Maler von Schuberts gleichnamigen Liederzyklus inspirieren. Die Präsentation ergänzen plastische, zeitgenössische Arbeiten von Paul Schwer. Seine Objekte bestehen aus Kunststoff, der gefärbt, gefaltet, verformt wird und damit eine ganz eigene Dynamik erhalten. Die raumgreifenden Werke sind malerische Plastik und erweiterte Malerei.

(RP)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort