Ratinger Spieletage Das gemeinsame Spielen verbindet

Ratingen · Die Spieletage in der Stadthalle sind inzwischen die größte Veranstaltung in der Stadt. Und so langsam wird der Austragungsort zu klein für den Besucherandrang.

Die Stadthalle ist fast schon zu klein für die Ratinger Spieletage.

Die Stadthalle ist fast schon zu klein für die Ratinger Spieletage.

Foto: Achim Blazy (abz)

Was Andrea Laumen von der evangelischen Kirche 1994 im Kleinen begonnen hatte, ist 30 Jahre später die größte Spieleveranstaltung in Ratingen. Gemeinsam mit Thomas Fedder (Ehrenamtlich im Auftrag des Jugendamtes) organisiert sie an zwei Tagen im Jahr die Ratinger Spieletage. „Die Stadthalle ist zwar Ratingens größter Raum, aber im Grunde mittlerweile schon zu klein für uns“, sagt Andrea Laumen.

Das Foyer, der Angersaal und das ehemalige Restaurant sind an diesen Tagen von Hobby und Profispielern, Autoren und Entwicklern, Visionären und Enthusiasten bevölkert. In jeder Ecke haben die rund 30 Ehrenamtlichen, die für den reibungslosen und harmonischen Ablauf der Tage sorgen, Platz für die Teilnehmenden und Gäste geschaffen. Besonders hoch ist der Andrang auf dem Flohmarkt, wo allerlei Spiele für wenig Geld den Besitzer wechseln. Da immer nur circa 40 Interessierte gleichzeitig eingelassen werden, bildet sich schon früh eine Schlange vor dem Eingang des ehemaligen Restaurants.

Insgesamt rund 3000 Menschen besuchen die Spieletage. Die Tendenz zeigt seit der Corona-Pandemie steil nach oben. „Die Menschen empfanden schon immer gemeinsames Spielen als besonders angenehm“, so Andrea Laumen. „Aber in letzter Zeit wird es immer deutlicher, welche Funktion das gemeinschaftliche Spiel für unser Miteinander hat.“

Der Fantasie beim
Spielen freien Lauf lassen

Gruppen von Gleichaltrigen lassen im gemeinsamen Spiel ihrer Fantasie freien Lauf und entdecken Vorteile ihrer speziellen Fähigkeiten die zum Gewinn führen. In Familien werden die jüngsten Mitglieder behutsam an das „Gewinnen“ und „Verlieren können“ im Spiel und im Leben herangeführt.

Aufwendige Spiele, die Menschen über Stunden zusammen führen, sind genauso beliebt wie Geschicklichkeitsspiele als Zeitvertreib. Neben den klassischen Brettspielen, die teilweise durch veränderte Optik oder angepasstes Regelwerk modernisiert wurden, gibt es auch völlige Neuentwicklungen. In so manches Spiel wurde von Verlagen und Vereinen viel Geld und Zeit investiert, bevor nach jahrelanger Entwicklung ein serienreifes Spiel entstanden ist. Aber spätestens dann ist es jedem möglich, am Ess- oder Wohnzimmertisch, Zuhause oder unterwegs, mit Freunden oder der Familie, in eine andere Dimension einzutauchen. Dabei sollen schon ganze Universen gerettet worden sein, die Zeit verändert, Mörder aufgespürt, oder einfach der Dom in Köln gelassen worden sein.

„Die Gruppe der Spielenden ist genauso vielfältig und großartig wie unsere gesamte Gesellschaft“, sagt Thomas Fedder. „Wie wichtig diese gemeinschaftliche Freizeit ist, erkennt man einerseits durch die hohe Unterstützung seitens der Stadtverwaltung als auch in der hohen Akzeptanz durch die Stadtgesellschaft“.

Die Spieletage gehören zu den besucherstärksten Veranstaltungen in Ratingen und sind mittlerweile überregional bekannt. Wer sie verpasst hat, kann sich aber auch bei der VHS Ratingen jederzeit informieren oder zu dem regelmäßig stattfindenden Spieletreff in den Räumen der VHS oder im Seniorentreff Süd kommen. Auch das Spiel „Dorfgemeinschaft“ (Spiel des Jahres), das sich mit dem gemeinschaftlichen Aufbau eines Dorfes beschäftigt, ist beim VHS-Spieletreff vorhanden und kann gespielt werden.

Dort steht Interessierten unter anderem Dr. Arne Claussen mit Rat zur Verfügung, der sich mit der qualitativen Einordnung von Spielen sehr gewissenhaft auseinandersetzt.

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