Ratingen: Projektentwickler will Projekt Rehhecke der Öffentlichkeit vorstellen.

Wohnen und Gewerbe in Ratingen-Lintorf : Investor wirbt für Bauprojekt

Die Wohnkompanie weiß um die Verkehrsprobleme in Lintorf und will eine Lösung finden.

Die ersten Nachrichten zum geplanten großen Wohn- und Gewerbeprojekt an der Rehhecke haben für Aufregung gesorgt. Vor allem unter Verkehrsaspekten sieht man die Ansiedlung von etwa 1300 Wohnungen sowie Gewerbe im Autobahndreieck sehr kritisch. Ohne eine gesicherte Lösung der seit Jahren bestehenden Verkehrsprobleme vor Ort werde die CDU nicht zustimmen, ließen gestern Stadtverbandsvorsitzender Patrick Anders und CDU-Ratsherr Oliver Thrun verlauten.

Gerd Kropmanns, Geschäftsführer des Projektentwickler Wohnkompanie NRW, wunderte sich über den offenbar geringen Informationsstand über dieses Projekt in der Stadt: Die Lösung des Verkehrsproblems sei eine der Grundvoraussetzungen, um überhaupt Planungsrecht zu bekommen. Gemeinsam mit der Stadt (die ebenfalls an einem Konzept arbeitet) werde man das Verkehrskonzept erstellen. Die daraus resultierenden Ertüchtigungen in der Infrastruktur bedeuteten auch eine Chance für den gesamten Stadtteil, sagte Kropmanns.

Man sei gerne bereit, das Projekt der Bürgerschaft vorzustellen – so wie in anderen Städten auch. Kropmanns verwies auf ähnliche Projekte der Zech-Gruppe: Man müsse die Bürger von Anfang an mitnehmen, im weiteren Verfahren sei eine Bürgerbeteiligung ohnehin vorgeschrieben.

Das Video auf der Facebookseite der Wohnkompanie, an dem sich der Zorn einiger Bürger entzündet hatte, sei ein „Fehler“ gewesen, bedauerte Kropmanns. Es sei ursprünglich für die Expo Real in München gedacht gewesen, um „die Leistungsfähigkeit des Unternehmens“ darzustellen. Es ist von der Seite gelöscht und gegen ein anderes Video ausgetauscht worden.

Lärmschutzwände entlang der Autobahnen würden gebaut

Das Thema Lärm werde selbstverständlich angegangen, sagte Projektentwicklerin Maike Krallinger. Eine Lärmschutzeinrichtung entlang der beiden Autobahnen werde nötig sein, in welcher Form auch immer. Darüber hinaus solle das Gewerbegebiet mit seinen Gebäuden später einen zusätzlichen Lärmschutz zu den Autobahnen bilden. Bedarfe für Wohnungen sind vorhanden, doch beim Gewerbe sieht es teilweise anders aus. Die Ausweisung für Gewerbe (insgesamt drei Hektar Grundstückfläche) sei eine Forderung von Bürgermeister Klaus Pesch und des Beigedordneten Jochen Kral gewesen, sagte Kropmanns. Konkret seien ihm noch keine Ansiedlungswünsche bekannt.

Bereits sei 2013 sei man bei diesem Grundstück mit im Boot: seinerzeit dachte Vodafone über eine Erweiterung zum Campus nach. Daraus wurde nichts, dennoch plane Vodafone einen Erweiterungsbau im Gewerbe-Riegel, und eventuell ein Blockheizkraftwerk, um von der Stromversorgung unabhängiger zu werden. Besitzer des Grundstückes sei Vodafone, man unterschreibe den Kaufvertrag, sobald der Feststellungsbeschluss vorliege. Dann könne man loslegen.

Projekt würde in verschiedenen Bauabschnitten entstehen

Die Projektkosten bezifferte Kropmanns auf etwa 300 Millionen Euro: Dank hoher Eigenkapitalquote bekomme man günstige Zinsen, und auch um die Ausführung mache man sich trotz des Arbeitskräftemangels in der boomenden Baubranche keine Sorgen: Die Zech-Gruppe als „größter Projektentwickler Deutschlands“ arbeite mit eigenen Firmen: Von der Bodensanierung über den Bau bis hin zur Verwaltung decke man die gesamte Baubranche ab.

Wie anderswo wolle man in Lintorf in Bauabschnitten arbeiten: Sind die Orderbücher annähernd gefüllt, geht’s an den Nächsten. Damit bleibe man auch flexibel, was beispielsweise den Wohnungsmix angehe. Das Angebot richte sich vor allem an Familien, aber auch an Singles. Geplant seien Eigentums- und Mietwohnungen sowie öffentlich geförderter Wohnungsbau. Etwa zehn bis zwölf Jahre müsse man bis zur Vollendung rechnen, meinte Kropmanns.

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