Oberschlesisches Landesmuseum Vorträge, Führungen und Escape Room-Erfahrungen

Hösel · Die letzten öffentlichen Führungen des Jahres im Museum finden am 10. Dezember um 13 Uhr und am 17. Dezember um 15 Uhr statt.

 Die Ausstellung Alltag im geteilten Land ist ebenfalls bis Ende des Jahres im Oberschlesischen Landesmuseum zu sehen.

Die Ausstellung Alltag im geteilten Land ist ebenfalls bis Ende des Jahres im Oberschlesischen Landesmuseum zu sehen.

Foto: Achim Blazy (abz)

(Red/jün) Zum Jahresende lockt das Oberschlesische Landesmuseum an der Bahnhofstraße in Hösel mit zahlreichen Angeboten. Zu den Höhepunkten zählen sicherlich der Gastvortrag von Dr. Lutz Schrader am Sonntag, 10. Dezember, um 15 Uhr und die Projektvorstellung von Izabella Kühnel über Leben und Werk Franz Landsbergers am Freitag, 15. Dezember, um 17 Uhr. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.

Unter dem Titel „Zunahme ethnopolitischer Konflikte: Déjà-vu oder neues Phänomen?“ wirft Dr. Lutz Schrader am 10. Dezember um 15 Uhr zunächst einen Blick zurück in die Jahre vor und nach dem Ende des Ost-West-Konflikts und ordnet die damalige Situation vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs der bipolaren Weltordnung und der Entstehung zahlreicher neuer (National-)Staaten ein.

In einem zweiten Schritt richtet sich das Augenmerk auf das Wiederaufflammen ethnopolitischer Konflikte in den letzten anderthalb bis zwei Jahrzehnten. Auf der Suche nach den Ursachen werden verschiedene Hypothesen diskutiert, darunter der Aufstieg populistischer und autokratischer Staaten und Bewegungen. Schließlich wird in einem dritten Schritt überlegt, wie eine erneute Einhegung und Befriedung ethnonationaler Konflikte gelingen könnte.

Im Mittelpunkt der Projektvorstellung am 15. Dezember um 17 Uhr stehen die Geschichte der Stadt Beuthen (Bytom) und ihrer Bewohner zur Zeit der industriellen Revolution, die Visionäre, die in Beuthen das erste städtische Theater- und Konzerthaus Oberschlesiens entstehen ließen, und vor allem dessen Gründer Franz Landsberger. Diesem bedeutenden Beuthener wurde 1925 zum Dank für seine Verdienste eine Gedenktafel im Foyer des Theaters gewidmet, die in den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten entfernt wurde.

Der Vortrag schildert auch die Geschichte der Nachkommen von Franz Landsberger, die 2016 und 2022 Beuthen besuchten und dabei halfen, die Erinnerung an ihre Familie wiederherzustellen. „Das geplante Buch zeigt die historischen Verflechtungen einer Region, die häufig die Nationalität wechselte. Es erzählt von der lokalen Geschichte, von der Vielfalt der Kulturen, von Toleranz und Akzeptanz, aber auch vom Drama des Holocaust, das sich hier abgespielt hat. Es zeigt die Probleme der Grenzregion vor dem Hintergrund der persönlichen Erfahrungen der Familie“, führt die Referentin Izabella Kühnel ein.

Die letzten öffentlichen Führungen im Museum finden am 10. Dezember um 13 Uhr und am 17. Dezember um 15 Uhr statt. Das Oberschlesische Museum in Beuthen (Bytom) und das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen erinnern in einem Kooperationsprojekt an jüdisches Leben in Beuthen, das sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, zu sehen in einer kleinen Kabinettausstellung bis Ende des Jahres. Ebenfalls noch bis Ende des Jahres zu sehen ist eine Vitrinen-Ausstellung über die Komponistin Felicitas Kukuck. Außerdem können sich die Museumsbesucher jederzeit die Dauerausstellung anschauen.

Wer die beiden Escape Rooms des Museums hintereinander spielen möchte, sollte sich für den Escape Room Double am 16. Dezember unter [email protected] anmelden. Die Teams werden von Annika Henneberger unterstützt, ohne dass zu viel verraten wird. Für das Spielerlebnis sollten zwei Stunden Zeit eingeplant werden. So lange braucht man in der Regel, um durch das Lösen der Aufgaben wieder aus den Räumen herauszufinden. Die Teilnahme kostet 18 Euro pro Person.

Wer unter 16 Jahre alt ist und ohne Erwachsene rätseln möchte, ist beim Rätselspaß am Mittwoch, 20. Dezember, gut aufgehoben (auch hier ist eine Anmeldung erforderlich).

Das Museum macht übrigens vom 22. Dezember bis 2. Januar Winterpause. Danach gelten wieder die regulären Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags von 12 bis 19 Uhr.

(RP/jün)
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