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Ratingen: Poensgens Hausgarten wird restauriert

Ratingen : Carls Poensgens Hausgarten bekommt neuen Anstrich

Derzeit befindet sich in dem Gebäude der Stützpunkt der Stadtgärtner. Bald soll es dort Informationen zum Poensgenpark geben.

. Für etwa 570 000 Euro soll im Poensgenpark der ehemalige Hausgarten von Carl Poensgen am Brügelmannweg rekonstruiert werden: Es soll dann wieder so ähnlich aussehen wie einst vor 100 Jahren. In einem Neubau sollen Förderverein und Landschaftsgärtner unterkommen. Dort sollen zukünftig Parkführungen starten, Praxisseminare zu verschiedenen Themen der Gartenarbeit abgehalten und Mitmachangebote im historischen Hausgarten gemacht werden. Auch soll ein „Sichtungsgarten“ für historische Rosen und Sommerblumen oder Staudensorten entstehen. Derzeit wird das abgezäunte Gelände von den Stadtgärtnern genutzt.

Es soll Führungen, Seminare
und Mitmachangebote geben

Der Heimatverein Ratinger Jonges hatte schon im Jahre 2016 beschlossen, sich an den Planungen zu beteiligen. Die Stadtverwaltung steht dem Vorhaben, das noch vom Rat abgesegnet werden muss, positiv gegenüber: Man erhofft sich eine Wertsteigerung für den Park „mit Positivwirkung auf das Stadtmarketing“.

Das Amt für Kommunale Dienste geht davon, dass das Projekt auch förderungswürdig ist. Jeweils etwa 30-prozentige Zuschüsse könne man von der NRW-Kulturstiftung und von der LVR-Kulturförderung NRW erhalten, hätten erste Anfragen ergeben. Bei der NRW-Kulturstiftung ist die Stadt Ratingen zwar Mitglied, selbst jedoch nicht antragsberechtigt, so die Stadt. Anträge könnten nur Institutionen wie eingetragene Vereine und Stiftungen stellen, sofern deren Satzungszweck den Vorgaben der NRW-Stiftung entspreche. Da kämen dann auch die Jonges ins Spiel.

Auf dem Gelände am Rande des ehemaligen Angerhauses, das im Mai 1945 bei der Bombardierung Ratingens komplett zerstört wurde, und seit 2007 durch holografische Stelen des Künstlers Reinhard M. Görs markiert ist, befinden sich noch zwei Gebäude: Zum Einen das ehemalige Weinhaus, dort, wo Carl Poensgen einst Trauben züchten ließ, zum Anderen ein Badehaus mit Schwimmbecken, das sich die letzten Eigentümer bauen ließen. Bis 2014 war der Wieler-Garten in Privatbesitz.

Die ursprünglichen Pläne sahen vor, beide Häuser zu erhalten und umzubauen, um zum einen den Standort der Gärtner zu sichern, zum anderen aber auch eine Anlaufstelle des Fördervereins Poensgenpark zu schaffen. Das Badehaus ist jedoch durch schadstoffhaltige Baustoffe stark belastet, was Umbau und neue Nutzung unwirtschaftlich erscheinen ließen. Es soll nun abgerissen werden, ebenso wie das Weinhaus, das dem Neubau weichen wird.

Wie aufwändig der Hausgarten einst angelegt wurde, entnahmen die Landschaftsplaner einem Buch, das Andrea Niewerth zum 100. Geburtstag des Parks im Jahre 2007 heraus brachte. Historisches Fotomaterial zeigt den Garten in den 1920er Jahren. Weil der Wieler-Garten durch Anpflanzungen kaum einsehbar ist, sei die „besondere gartenpflegerische Bedeutung“ heute kaum nachvollziehbar, so die Planer. Von den ursprünglichen Pflanzungen ist nicht viel erhalten.