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Ratingen: Knatsch um Verkehr auf der Formerstraße

Ratingen : Falschparker stören Anwohner

Die Anwohner der Formerstraße sorgen sich um die Verkehrssituation vor ihrer Haustür. Und das schon seit langen Jahren, ohne dass Abhilfe in Sicht käme. Die Verwaltung antwortet: Überwachung rund um die Uhr ist nicht möglich.

Matthias Dornheim wohnt mit seiner Familie an der Formerstraße im Ratinger Süden. Seit Jahr und Tag macht er sich Sorgen um den Verkehr und die Falschparker dort. Alle Versuche, an der Situation etwas ändern zu lassen, blieben bisher fruchtlos. In einem offenen Brief an Bürgermeister Pesch fasst Dornheim das jetzt zusammen.

Sein Schreiben lässt an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig: „Ich habe Angst. Angst um meine Familie und natürlich auch andere Familien, gerade mit Kindern, welche täglich mit Fahrräder oder auch zu Fuß mit Kinderwagen die Gefahrenstelle passieren müssen“, schreibt er. Und weiter: „Nach zwei Beinaheunfällen mit meinem Pkw durch Gegenverkehr ist mir dies nochmals sehr deutlich geworden. Gar nicht vorstellen mag ich mir, wie an dieser Engstelle ein Leiterwagen der Feuerwehr in einer Brandsituation, zum Beispiel im Heim für betreutes Wohnen in der Gießerstraße, diese Stelle mit der nötigen Eile passieren kann.“

Dornheim schildert eine lange Vorgeschichte: Seit 1983 seien Anwohner der Formerstraße im Schriftverkehr mit verschiedenen Instanzen der Stadt, immer drehe es sich um das gleiche Thema. Für den Anlieger ist die Sache klar: „Gerade unser Ordnungsamt spielt hier keine rühmliche Rolle. Auf alle unsere Bitten zur Verdeutlichung des Parkverbotes und der daraus resultierenden unhaltbaren, sowie gefährdenden Situation in der Formerstrasse werden wir immer wieder mit dem Hinweis auf das generelle Parkverbot auf Grund der geringen Breite der Straße vertröstet.“

Auf eine E-Mail an das Ordnungsamt hin sei ihm im Juli 2017 sogar vorgeschlagen worden, er könne gegen alle Falschparker gern Privatanzeige erstatten. „Im ersten Moment habe ich dies als ein Angebot für eine Festeinstellung beim Ordnungsamt gehalten. Spaß beiseite – denn nach Spaß ist mir hier schon längst nicht mehr zumute, sollte beim Wissen um die Situation nicht von der häufig benannten Behörde zumindest Kontrollmaßnahmen erfolgen? Auch hier leider wieder Fehlanzeige“, kommentiert Dornheim dies in dem offenen Brief weiter. „Auch erstaunt mich bei der Voraussetzung des generellen Parkverbots die finanziell und zeitlich aufwendige Aktion der Stadt zu Rosenmontag, genau hier Halteverbotsschilder aufzustellen.“

Auf Anfrage hat die Verwaltung Stellung genommen: „Vom Grundsatz her ist es so, dass gemäß Paragraf 45 (9) der Straßenverkehrsordnung (StVO) Verkehrszeichen nur dort einzurichten sind, wo dies zwingend geboten ist. So muss dort, wo neben einem geparkten Fahrzeug eine Restfahrbahnbreite von weniger als 3,05 Metern verbleibt, auch kein Parkverbot ausgeschildert werden. Dies ist in Teilen der Formerstraße eindeutig der Fall. Dort darf nicht geparkt werden.“

Zu den Folgen heißt es vonseiten der Stadt: „Das Ordnungsamt kontrolliert auch regelmäßig an der Formerstraße, allerdings ist eine Überwachung ,rund um die Uhr’ natürlich nicht möglich. Die Verwaltung wird die Gegebenheiten an der Formerstraße noch einmal eingehend prüfen und für die Abschnitte, in denen möglicherweise nicht sofort ersichtlich ist, ob eine ausreichende Restfahrbahnbreite verbleibt, Lösungen erarbeiten.“

Zu Rosenmontag teilt die Verwaltung mit: „An diesem speziellen Tag wird auf der Formerstraße ein temporäres Halteverbot eingerichtet, da sich im Bereich der Mettmanner Straße der Rosenmontagszug aufstellt und die Formerstraße an diesem Tag von der Feuerwehr als Ausweichstrecke in den Ratinger Süden genutzt werden muss.“