Ratingen: Hoffnungsschimmer auf der S6-Strecke

Verkehr : 2019 bekommt die S 6 mehr Bahnen

Das Chaos dauert noch an. Besserung ist erst 2019 in Sicht. In Ost gibt es neue Fahrradboxen. Die Grünen fordern mehr Abstellplätze.

Bei der S 6 deutet sich ein schwacher Hoffnungsschimmer an. Noch „einige Wochen“ werde es dauern, bis unter anderem der Reparaturstau bei den Bahnen bewältigt sei, sagte ein Bahnsprecher. Seit geraumer Zeit kommt es auf der Strecke zwischen Essen und Köln immer wieder zu Verspätungen und Ausfällen.

Statt der Doppelbahnen fahren oft nur Kurzzüge, die meist proppenvoll sind und beim Ein- und Aussteigen für Verspätungen sorgen. Ab Ende 2019 steigt der Privatbetreiber Keolis in den S-Bahn-Betrieb ein, dann stehen mehr Züge zur Verfügung. Gründe für die Probleme seien neben dem Reparaturstau auch Personalprobleme bei den Lokführern und „betriebliche Störungen“. Zugausfälle seien allerdings die Ausnahme, heißt es

Die Bahn will den S-Bahn-Verkehr mit 41 neuen Zügen ausstatten

Keolis übernimmt einige S-Bahn-Strecken im VRR-Bereich und entlastet damit den Bahn-Fuhrpark. Auf der S 6 fahren aber bis 2023 weiterhin vor allem die Triebwagen der Baureihe ET 422. In dieser Zeit sollen aber genügende Ersatzbahnen zur Verfügung stehen.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 will die Bahn im S-Bahn-Verkehr weitere 48 ET 422-Triebwagen einsetzen und die Flotte um 41 nagelneue Triebwagen vom Typ „Flirt“ ergänzen. Die Bahnen der Firma Stadtlow in Pankow verfügen laut VRR über Toiletten, Steckdosen und W-Lan. Während die Plätze für Fahrräder in den S 6-Bahnen äußerst rar bleiben, kann man am Bahnhof Ost seinen Drahtesel bald wieder in abschließbaren Stahlboxen unterstellen.

Die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Insgesamt sollen noch in diesem Jahr 20 Boxen von „DeinRadschloss“ entstehen. Derzeit laufen die Bauarbeiten auf der Südseite – dort, wo auch zuvor schon einige heruntergekommenede Boxen standen. Die neuen Kisten sollen bereits ab Ende des Jahres zur Verfügung stehen. Das ergänzt die Abstellanlage der SkF-Radstation auf der anderen Seite (etwa 100 Räder).

VRR bietet mehr als 30 digital gesteuerte Radabstellanlagen an

Seit April 2018 bieten der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und 14 Kommunen mehr als 30 digital gesteuerte Radabstellanlagen an. Der VRR plant, das System auszubauen. Den Städten winkt ein 90-prozentiger Förderzuschuss. Zum Auf- und Abschließen fordert man via Internet oder App einen Zahlencode an und bezahlt sofort. Das sind die Preise für die Fahrradbox: Ein Tag kostet ein Euro, die Woche kostet fünf Euro, der Monat 15 und ein Jahr 90 Euro.

Die Grünen in Ratingen fordern eine bessere Infrastruktur für den Radverkehr: Fahrradabstellanlagen an Bus- und Straßenbahnhaltestellen seien häufig nicht zufriedenstellend oder fehlten ganz. Massiver Handlungsbedarf bestehe an der Straßenbahnhaltestelle Felderhof, ein wichtiger Punkt für Pendler, so Ratsherr Christian Otto.