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Ratingen-Hösel: Sanierung des Bahnhofes dauert länger

Verkehr : Die Bauarbeiten gehen auf die Zielgerade

Die Deutsche Bahn ist beim Bau des S-Bahnhofs Hösel im Zeitplan. Anders sieht es jedoch beim neue Busbahnhof aus.

Fast Tag und Nacht liefen zuletzt die Sanierungsarbeiten am S-Bahnhof in Hösel. Gleis 2 in Richtung Düsseldorf ist bereits wieder in Betrieb, in Richtung Essen halten die Züge noch nicht, ein Schienenersatzverkehr von Ost ist eingerichtet. Die Restarbeiten dauern noch bis zum 6. November. Beim Blick auf die Großbaustelle wird schnell klar, dass die Strabag als ausführendes Unternehmen diese Zeit dringend benötigt: Das hölzerne Vordach des alten Bahnhofsgebäudes ist abgedeckt, es schaut nur noch das Gerippe hervor, an dem die Flickstellen der vergangenen Jahrzehnte gut zu erkennen sind.

Am Busbahnhof fehlt es derzeit noch an der Beleuchtung

 An Gleis 2 in Richtung Düsseldorf halten bereits wieder Züge.
An Gleis 2 in Richtung Düsseldorf halten bereits wieder Züge. Foto: Blazy, Achim (abz)

Gegenüber, an Gleis 2, dienen die alten Haltehäuschen nur den Arbeitern als Ablage, an einem der neuen stählernen Überdachungen wurde am Freitag noch eifrig mit grauer Farbe gepinselt und gerollt. Die Bahnsteige sind zum Teil noch reine Baustelle, nur die neuen, höheren Bahnsteigkanten kann man schon erkennen. Sie sollen das Ein- und Aussteigen erleichtern – so, wie dies bereits vor Jahren bei der Sanierung der Station in Ost der Fall war. Die beiden Schächte für die von Behindertenverbänden, Bürgern und Politik lange geforderten Fahrstühle sind bereits gegraben. Deren Einbau so die Bahn, dauere noch, dafür seien erneute Sperrungen nötig.

 Das Dach am historischen Bahnhofsgebäude wird nach Maßgaben des Denkmalschutzes erneuert.
Das Dach am historischen Bahnhofsgebäude wird nach Maßgaben des Denkmalschutzes erneuert. Foto: Blazy, Achim (abz)

Auf dem Vorplatz hingegen hat die Stadt Ratingen bereits fast ganze Arbeit geleistet: Die Tiefbauarbeiten des Busbahnhofes sind bereits abgeschlossen. Sowohl die Bussteige als auch die Fahrbahnen sind komplett fertig hergestellt. Bänke und Wartehäuschen stehen bereits, ebenso wie solarbetriebene Mülleimer sogar für eine Anfrage der Bürger Union sorgte: Sie stehen nämlich im Schatten der Brücke, seien jedoch auch dort funktionstüchtig, versicherte die Verwaltung BU-Chef Robert Ellenbeck. Die Batteriestärke werde per Funk und PC überwacht. „Sollte es dennoch vorkommen, dass die Ladekapazität in der dunklen Jahreszeit beziehungsweise im Schatten zu gering ist, wird der Akku ausgetauscht“, teilte Ute Baggelmann von der Abfallberatung mit.

Lediglich der Kombibahnsteig werde derzeit von der Deutschen Bahn noch fertiggestellt, teilte die Stadtverwaltung mit.

Aufgrund der fehlenden Beleuchtung am Busbahnhof konnte dieser aber noch nicht in Betrieb genommen werden, hieß es weiter. Dies erfolgte in Rücksprache mit der Rheinbahn. Die Stadtwerke Ratingen seien aber beauftragt und würden – „aufgrund der langen Lieferzeiten leider erst Anfang Januar nach den Weihnachtsfeiertagen“ – mit dem Aufstellen der Leuchten und dem Einziehen der Leitungen beginnen. Allen sei sehr daran gelegen, die Beleuchtung schnellstmöglich aufzustellen, damit der Busbahnhof (ZOB) unter der Brücke in Betrieb genommen werden könne. Zusätzlich fehlten noch die dynamischen Fahrgastinformationen (Dyfa). Diese sollen auch im Frühjahr 2020 montiert werden. Besonders die Dyfa wurden vermisst: Busfahrer der Rheinbahn haben, wie übrigens auch am Bahnhof in Ost, keine Infos über mögliche Verspätungen der Züge: Oft fahren Bahnkunden die Busse vor der Nase weg.

Das Laternenproblem hat die Bahn auf ihrem Bauabschnitt nicht: Dort brennen bereits die LED-Leuchten. Überhaupt, so ein Bahnsprecher, sei man im Zeitplan.

Bis zum 30. Oktober können wegen der Arbeiten keine Züge in Richtung Essen dort halten, sie fahren durch. Danach, bis zum 6. November, gilt das für die Gegenrichtung nach Düsseldorf. Es verkehren Busse im Zehn-Minuten-Takt als
Schienenersatzverkehr (SEV).

Wegen der Bauarbeiten fällt das untere Parkdeck am Bahnhof Hösel (Südseite) weitestgehend für Pendler weg. Das obere Parkdeck steht aber weiterhin zur Verfügung. Aktuelle Infos gibt es auf der Baustellen-Website der Deutschen Bahn. Auch im Bahnhofs­gebäude selbst wird derzeit eifrig gewerkelt: Carmen Hecht will dort Anfang November den „Prinzenbahnhof“ eröffnen und damit die Gastronomie nach längerem Leerstand wieder zu
neuem Leben erwecken.

bauinfos.deutschebahn.com
prinzenbahnhof.de