Ratingen: Hösel: Kahlschlag nach Trockenheit

Ratingen : Kahlschlag wegen Sicherheitsbedenken

Bürger sorgten sich um eine Rodungsaktion an der Bahnhofstraße. Dort wurde ein etwa zehn Meter breiter Streifen gerodet. Durch die anhaltende Trockenheit stellten die Bäume eine Gefahr für die Sicherheit dar.

Bei Willm Rolf Meyer, SPD Ratsherr aus Hösel, stand am Mittwoch das Telefon nicht still: Bürger hatten entlang der unteren Bahnhofstraße eine Abholzaktion bemerkt: Etwa ab der Höhe Bayernstraße bis zum Abzweig Busbahnhof wurde ein etwa zehn Meter breiter Streifen gerodet. Auch Michael Remmert (Grüne) und Hans Kraft (SPD) waren alarmiert. Ein paar Anrufe ergaben: Wegen der extremen Trockenheit der vergangenen zwei Jahre seien die meisten Bäume geschädigt. Sie drohten beim nächsten Sturm im schlimmsten Fall auf die Bahnhofstraße zu fallen. Ein paar Ahornbäume, die noch einen gesunden Eindruck machten, habe man stehen lassen.

Meyer hatte zunächst befürchtet, dass mit der Abholzaktion eine mögliche Verbreiterung der Bahnhofstraße einher gehen könnte: Diese Thema hatte vor Jahren den Bezirksausschuss beschäftigt. Die Verwaltung hätte den Radweg als Schutzstreifen gerne auf die vielbefahrene Bundesstraße verlegt, die Lokalpolitiker setzten eher auf Beibehaltung des separaten Radweges, der teils auf der alten Bahntrasse verläuft. Der allerdings birgt besonders an den Einmündungen große Gefahren für Radler, besonders wenn sie auf der „falschen Seite“ fahren. Im oberen Bereich der Bahnhofstraße hat die Stadt bereits Tatsachen geschaffen und Radspuren auf der sanierten Fahrbahn angelegt. Weil es keine Einigung gab, wurde die dringend nötige Erneuerung des letzten Teils der Bahnhofstraße verschoben.

Die Baumfällaktion an der Bahnhofstraße in Hösel habe nichts mit der geplanten Sanierung zu tun, betonte die Stadtverwaltung Ratingen auf Anfrage. Foto: RP/Joachim Preuss

Den nächsten Termin könnte das Bauprojekt auf dem Goldkuhle-Gelände vorgeben: Die zu eng konstruierte Einmündung soll möglicherweise durch einen Kreisverkehr ersetzt werden, der auch das Tempo deutlich reduzierten dürfte.

Die Stadt hat die gefährlichen Einmündungen nicht gesichert

Meyer erinnerte an einen Antrag aus dem Jahre 2017: Schon damals habe die SPD eine kurzfristige Deckensanierung der unteren Bahnhofstraße „im eigenen Bett“ gefordert, falls man sich über den endgültigen Ausbau nicht einigen könne. Der bisherige Rad- und Gehweg sollte beibehalten werden. Radler sollten an den Einmündungen Bayernstraße und Preußenstraße durch Sperrgitter ausgebremst werden, ähnlich wie bei der Regiobahn. Doch geschehen sei bislang nichts.

An den zu eng geratenen Abzweig zum Bahnhof muss die Stadt mit Blick auf die Entwicklung des Goldkuhle-Areals noch einmal ran. Bereits 2016 hatte die CDU dort einen Kreisverkehr vorgeschlagen. Meyer bedauerte, dass die Öffentlichkeit über Abholzaktionen nicht immer vorab informiert werde. Auch entlang der S-Bahnstrecke drohten wohl weitere Fällungen: Bei Stürmen fallen regelmäßig Bäume in die Oberleitungen und auf die Schienen und sorgen für teilweise längere Unterbrechungen der Strecke. Die Stadtverwaltung könne wohl nur die eigenen Arbeiten ankündigen, so Meyer. Doch der weitaus größere Teil der Ratinger Wälder ist in Privatbesitz. Das Thema sei auch im jüngsten Hauptausschuss angesprochen worden, so Meyer weiter.

Weitere Bäume müssen in Ratingen-Mitte gefällt werden

Auch weiterem durch die Trockenheit geschädigte Bäume, müssen gefällt werden: In Ratingen-Mitte trifft es aufgrund mangelnder Standsicherheit 25 Straßenbäume. Hauptsächlich handelt es sich um Robinien. Die Straßenbäume stehen im Bereich des Bürgersteiges auf der Mülheimer Straße, Rosenstraße, Poststraße und Angerstraße.

Sie sind bereits seit Jahren von verschiedenen Schadsymptomen und Pilzerkrankungen befallen. Durch die beiden vergangenen, extrem trockenen Sommer wurden die geschädigten Straßenbäume entscheidend geschwächt. Die Poststraße war gestern bereits teilweise für die Fällarbeiten gesperrt. Die Bäume werden nach Angaben der Stadt an geeigneten Standorten ersetzt. Die Pflanzungen seien noch für dieses Jahr, teilweise für das Frühjahr 2020 vorgesehen.Weitere Informationen hierzu gibt es auf der Homepage der
Dumeklemmerstadt.

www.ratingen.de

Mehr von Westdeutsche Zeitung