Ratingen: Hösel bekommt schnelles Internet

Ratingen : Bagger graben für schnelles Internet

In Hösel verlegt Kommitt nun östlich der Bahnhofstraße Glasfaserkabel.

Soeben sind in der Beuthener Straße in Hösel die Bagger angerückt: Der Stadtteil bekommt endlich schnelles Internet. Seit Montag verlegt die Stadtwerke-Tochter Kommitt dort bunte Leerrohre. In die werden später die Glasfaserkabel mittels Spezialtechnik von der nächsten Verteilerzentrale „eingeblasen“.

Bis Ende 2020 soll der Bereich östlich der Bahnhofstraße erschlossen werden. Das restliche Hösel, westlich der Bahnhofstraße vom Bahnhof bis südlich der Eggerscheidter Straße, soll dann 2020 folgen. Danach sind Eggerscheidt, Lintorf und Homberg an der Reihe sowie restliche Teile der Innenstadt. An der Wallstraße werden erst Glasfaserkabel verlegt, wenn das Bauprojekt „Wallhöfe“ abgeschlossen ist. Das kann also noch dauern. Bis auf den inneren Ring ist dort ansonsten alles erschlossen.

Der Ausbau des Glasfasernetzes in Hösel erfolgt bis zum Jahr 2020 in Teilabschnitten. Foto: RP/KomMITT

Info-Container soll erstmals Anlaufstelle für Bürger sein

Erstmals setzt die Kommitt in Hösel einen Info-Container ein: Der steht gegenüber dem Hösel-Center und soll auch Anlaufstelle für Bürger sein, die Fragen zu den Bauarbeiten haben. Beim symbolischen ersten Spatenstich mit Kommitt-Geschäftsführer Friedrich Schnadt und Bürgermeister Klaus Pesch, gab es bereits eine erste Beschwerde: Ein Anwohner klagte darüber, dass er erst Ende vergangener Woche über die Arbeiten vor seiner Haustüre informiert
worden sei.

Die Kommitt hatte allerdings seit Wochen mit Aufstellern im ganzen Stadtteil für den Ausbau geworben. Die Anwohner würden auch direkt per Briefeinwurf informiert, doch ließe sich das nicht immer „straßenscharf“ bewerkstelligen, so Bürgermeister Klaus Pesch diesbezüglich. Wer also einen Bagger vor seinem Grundstück entdeckt, sollte nicht sauer sein, sondern mal überlegen, ob sich der Umstieg aufs Rapeedo-Netz der Kommitt nicht lohnen könnte: Wer einen Vertrag abschließt, während vor der Türe gebuddelt wird, bekommt den Anschluss ins Haus gratis. Jedes Grundstück bekommt ohnehin ein Leerrohr gelegt. Wer sich später entscheidet, muss die weiteren Anschlusskosten bis ins Haus bezahlen.

Pesch betont die Unterschiede zu anderen Anbietern: Die legten nur Glasfaser bis in die Schaltkästen, danach geht es dann weiter mit den Bits und Bites im alten Kupferkabel, dem „Flaschenhals“, so Pesch. Mit dem Angebot, Glasfaser bis ins Haus zu legen, sei man diesen Hybrid-Lösungen weit voraus. Pesch weiter: „Wir wollen, dass auch Bürger, die bisher mit sehr langsamen Geschwindigkeiten klar kommen müssen, die Vorteile der modernen Internet-Gesellschaft voll auskosten können.“

Anwohner beklagten schlechtes Internet und Handynetz

Die Höseler im Norden des Stadtteils können davon ein Liedchen singen: Aus den Drähten der Telekom, die auch andere Anbieter, die selbst kein eigenes Netz haben, nutzen, tröpfelt es manchmal nur noch.

Dazu ist auch noch das Handy-Netz teils extrem schwach. Der Start an der Beuthener Straße hänge auch damit zusammen, dass dort schon Infrastruktur vorhanden gewesen sei, hieß es.

Für alle aktuell unterschriebenen Verträge verlege das Unternehmen den Hausanschluss im Rahmen der Bauarbeiten im Wert von rund 1700 Euro kostenlos. Über die Glasfaserleitung schaltet die Kommitt Ratingen den Anschluss sofort frei.

Bislang hat die Kommitt seit 2011 70 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Kosten bislang: rund 45 Millionen Euro. Der Ausbau in Hösel kostet etwa acht
Millionen Euro.

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