Ratingen: Genossenschaft stellte ihr Wohnprojekt vor. Mitte 2012 werden die ersten Schlüssel übergeben.

Ratingen : Großes Interesse an Plänen für alte Wache

Die Genossenschaft Wohnen Innovativ präsentierte am Samstag ihr Projekt auf dem Gelände an der Lintorfer Straße.

Gemeinsam wohnen, statt nebeneinanderher – die Genossenschaft Wohnen Innovativ in Ratingen (WIR) stellte am Samstag die Pläne für ihr Bauprojekt auf dem Gelände der alten Feuerwache an der Lintorfer Straße vor. Viele Interessierte nahmen die aufgehängten Pläne genau ins Auge und kamen dabei mit den Gründern ins Gespräch – auch das ist die Idee des bürgerschaftlich vorangetriebenen Wohnungbauprojektes. Die bisher 26 Mitglieder der Genossenschaft, die hier bauen werden, wünschen sich ein lebendiges, offenes Miteinander. Mehrere zwei- bis dreistöckige, barrierefrei zugängliche Gebäude mit begrünten Dächern werden um einen zentralen Innenhof entstehen. Darauf insgesamt drei Dachterrassen, die auch mal einen privaten Rückzugsort darstellen. Auch ein städtischer Generationentreff soll hier Platz finden. Insgesamt werden 3500 Quadratmeter Nutzfläche entstehen.

Die Bewohner kennen ihre Nachbarn schon vor dem Einzug

Vorstand Martin Tönnes erläuterte die Pläne für das Wohnprojekt, die zur Ansicht aufgehängt worden waren. Foto: Blazy, Achim (abz)

Leben sollen dort Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen und aus unterschiedlichsten Generationen: „Wichtig ist uns, dass sich jeder einbringt“, sagt Martin Tönnes. Der gebürtige Dortmunder hatte die Idee für dieses Projekt, bei dem man seine Nachbarn schon vor dem Einzug kennenlernt. Erstmals im Jahr 2015 suchte er Mitstreiter für ein gemeinsames, generationenübergreifendes Wohnprojekt in Ratingen: „Damals kamen fast 300 Leute zusammen“, erinnert er sich. So langsam nahm die vage Idee Gestalt an. Es wurde die Wohnungsgenossenschaft gegründet. In einem Wettbewerb um das Grundstück der Alten Feuerwache an der Lintorfer Straße konnte die bewohnergetragene Genossenschaft die Ratsleute überzeugen. Die Ausschreibung entschied das Architektenbüro „office03“ mit einem spannenden Plan für sich. Es überzeugte mit einem offenen, organischen Konzept für diese „wunderschöne Adresse“, wie Tönnes findet.

Bis aber gebaut werden kann, muss die alte Feuerwache abgerissen werden, einzig der Schlauchturm wird bestehen bleiben. „Wir sind mitten in den Planungen, man darf aber nicht vergessen, dass wir alle keine Profis sind“, sagt Vorstandsmitglied Tönnes. Von Stadtverwaltung und Politik fühle man sich gut unterstützt.

Es ist eine Idee, die in vielen Städten von engagierten Menschen vorangetrieben wird: Denn bezahlbarer Wohnraum mit stabilen Mieten ist knapp, es liegt im Zeitgeist, dass Bürger das Problem selbst in die Hand nehmen. An der alten Feuerwache soll es nicht nur Wohnraum, sondern eben auch die Gemeinschaft dazu geben. Dies bringt aber natürlich auch finanzielle Verpflichtungen mit sich, denn die Bewohnergenossenschaft muss auch einen Eigenanteil mit einbringen. „16 Wohnungen sind bereits vergeben. Aktuell haben wir 26 Mitglieder“, freuen sich die Genossenschaftsmitglieder – weitere stehen in den Startlöchern. Insgesamt sollen 45 Wohneinheiten zur Verfügung stehen. „Wir machen uns jedenfalls keine Sorgen, die Wohnungen nicht voll zu bekommen.“ Geplant sind freifinanzierte sowie geförderte Wohnungen, für die übrigens noch in Frage kommende Interessen gesucht werden.

Die Genossenschaft hofft, dass noch in diesem Jahr über den Bebauungsplan entschieden wird, woraufhin der Abriss der alten Wache folgen kann. „Wir hoffen, dass Mitte 2021 die ersten Schlüssel schon übergeben sind“, sagt Tönnes.

Mehr von Westdeutsche Zeitung