Folkerdey-Festival Musikbegeisterte feiern einen besonderen Tag

Ratingen West · Neben der Musik verbindet die Besucher die Gemeinschaft und die familiäre Atmosphäre. Alle Altersgruppen treffen sich auf dem Festivalgelände am Eisenzeitlichen Gehöft.

Auf der Zeltbühne begeisterte die schwedische Banjo-Punkband Baskery.

Auf der Zeltbühne begeisterte die schwedische Banjo-Punkband Baskery.

Foto: Ja/Blazy, Achim (abz)

Wenn sich das Eisenzeitliche Gehöft am leise murmelnden Schwarzbach wieder in ein Festivalgelände verwandelt, ist Folkerdey. Auf dem Gelände des Naherholungsgebiets Volkerdey fand am Samstag bei optimalem Wetter das 18. Open Air Festival statt. Unter freiem Himmel kamen ab 14 Uhr Musikbegeisterte zusammen, um einen geselligen Tag mit dazu passender Musik zu verbringen.

Der familiäre Charakter und die dazugehörige Atmosphäre begeistern jedes Jahr aufs neue Liebhaber folkloristischer und nicht ganz so folkloristischer Musik. Experimentelles sowie Klassisches standen genauso auf dem Programm wie Punk, Pop und Rock-Einlagen. Gerade die Mischung unterschiedlicher Musikgenres, durch einen roten Faden zusammengehalten, machen den besonderen Reiz dieses Festivals aus.

Neben der Musik ist für viele Besucher aber auch die naturnahe Kulisse des Veranstaltungsortes reizvoll. Die die Komplettierung des Angebots durch eine Kinderspielecke, die Versorgung mit Essen und Trinken und die Ungezwungenheit mit der das Ganze zusammengefügt ist, lassen keinen Zweifel an der Passion aller Mitwirkenden der Veranstaltung zu. Schon der Weg zum Festivalgelände, am Grünen See vorbei durch die großzügige Grünanlage, lässt die Sorgen des Alltags abstreifen und so ist ist es wie ein kleiner Urlaub vom Alltag der die Menschen aller Altersklassen harmonisch verbindet.

„Es ist in erster Linie die Musik, die uns hierher geführt hat, aber es ist die Gemeinschaft und die familiäre Atmosphäre die uns bis zum Ende nicht mehr loslässt“, so ein Besucher der eigenem Bekunden nach nicht zum ersten Mal und auch nicht zum letzten Mal dabei ist. Sind es anfangs eher jugendliche Besucher, die die Wiese vor den zwei Bühnen bevölkert, hebt sich gegen Abend das Durchschnittsalter der Gäste merklich.

Auch experimentelle Klänge waren auf dem Festival zu hören

Nach den eher milden Tönen der Big Band des Dietrich Bonhoeffer-Gymnasiums, Julika mit besinnlichem Pop, den Real Talents mit Irish Folk und den experimentellen Klängen von Herge und Ollrich, erhöhen sich ab 18 Uhr die Taktzahl und die Lautstärke merklich. Rabajah, Tributu, Phileas, Cara, Baskery und Drowsy Maggie mit den Folky Horns steigern bis nach 23 Uhr in einer Kaskade wechselnder Laute auf wechselnden Bühnen die Stimmung bis zum seichten Abgesang am Lagerfeuer und zur Begrüßung des neuen Tages.

„Es ist jedes Jahr ein ganz besonderer Tag für uns Ratinger Musikbegeisterte“, so Andreas, seit mindestens 7 Jahren regelmäßiger Besucher des Events, „Wenn gegen Abend die Bands Stimmung machen und sich der Platz vor den Bühnen füllt, hat man das Gefühl, an einem besonderen Ort ohne Zeit zu sein“, ist die Meinung einer Besucherin, die in jeder Facette ihres schillernden Outfits direkt aus Woodstock angereist zu sein scheint.

Dass während des Events niemand Hunger oder Durst leiden musste, dafür sorgte neben vielen Ehrenamtlichen des LUX und der Manege auch das Spanische Kulturzentrum mit einer überraschend großen Vielfalt an Speisen für fast jeden Geschmack. „Die Preise sind zwar nicht unbedingt niedrig, aber der Aufwand und das Gesamtangebot rechtfertigen das.“, so eine Besucherin, die besonders die Möglichkeit, das Pfandgeld an die Ratinger Tafel zu spenden, gut findet, „So kostet mich das Getränk glatte 5 Euro, damit kann ich umgehen.“

Auf die Wahl der Musik angesprochen zeigten sich die meisten Besucher sehr zufrieden, nur einigen der jüngsten Besucher war es zu laut, weswegen sie Ihren modisch gestylten Hörschutz auch in Musikpausen erst gar nicht mehr absetzten. Wer sich gegen 4 Uhr dann auf den Weg nach Hause machte wurde zum Schluss auch noch mit einem spektakulären Sonnenaufgang über dem friedlich schlafenden Ratingen West belohnt.