Ratingen: Bürgermonitor: Die Kontrollen der Anleinpflicht erregt weiter die Gemüter. Hundehalter machen auf Müll und Verwüstungen aufmerksam.

Ratingen : Anleinpflicht sorgt für Konflikte

Das Thema schlägt hohe Wellen. Kritik an Dreck und Vandalen.

Die Kontrollen des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) am Grünen See (die WZ berichtete) sorgen weiterhin für lebhafte Diskussionen in Ratingen. Kritisiert wird, dass mit zweierlei Maß gemessen werde. So schreibt Rosa Wirges: „Im Januar am Grünen See zu verwarnen, finde ich schlicht und ergreifend reine Geldmacherei. An fast jedem Strand dürfen Hunde außerhalb der Saison ohne Leine laufen. Im Januar dürfte ein ordentlich erzogener Hund ohne Leine wohl kaum jemanden dort stören. Willkürlich ohne Anlass oder Grund so durchzugreifen, empfinde ich persönlich als überzogen.“

Die im Zeitungsartikel geschilderten anderen Probleme seien für sie viel störender: „Ich gehe schon viele Jahre an den Grünen See – besonders wegen meines Hundes, da dieser ein kaputtes Knie hat und dort schwimmen kann, um das Knie zu trainieren. Die Kinder konnten mit meinem Hund spielen und hatten viel Spaß. Ich habe stets darauf geachtet, dass mein Hund niemanden stört oder dass er dort sein Geschäft erledigt. Rücksicht ist das A und O bei einem Miteinander. Was ich allerdings in den Jahren dort alles gesehen habe, fand ich rücksichtslos: lärmende Jugendliche, grillende Menschen, die ihren Müll liegen gelassen haben oder die anderen zugequalmt haben, laute Musik oder Sportübertragungen, Drogen konsumierende Gestalten.“

Sie habe vor langer Zeit bereits mit der Stadt Ratingen gesprochen: Der Hundeauslaufbereich sei zwar eine schöne Einrichtung, allerdings in der Form wie am Grünen See „völlig unpraktisch“: „Im Sommer ist der Hundeauslaufbereich brütend heiß und der Hund ist froh, wenn er dann endlich ins kühle Nass kann. Leider muss er dafür zunächst angeleint werden, um an den ausgewiesenen Hundestrand zu gelangen.“

Halterin schlägt vor, den Hundebereich zu vergrößern

Der Hang sei derart abschüssig, so dass es für den einen oder anderen Hundehalter schwierig sei, runter zu gelangen. Der Boden bestehe teilweise nur noch aus Matsch: „Ich bin dort schon einmal gestürzt.“ Rosa Wirges schlägt vor: „Idealerweise wäre es, wenn man den Hundebadebereich auf die komplette Landzunge erweitern würde, dann würden sich die badenden Hunde etwas verteilen und im hinteren Bereich könnten die Hundehalter auf der Decke entspannen und den Hund im Blick halten. Zudem wären dann andere badende Gäste an den anderen Stränden völlig ungestört.“

Der Ratinger Manfred Evers hat eine „Gemeinsamkeit“ mit den Hundehaltern entdeckt: „Auch ich fühle mich am Grünen See öfters verfolgt. Aber weniger vom Ordnungsdienst der Stadt Ratingen, als von unangeleinten Hunden. Es ist schon witzig zu lesen, das manche Hundehalter sich wegen der Kontrollen nicht mehr zum Grünen See trauen.“ Es gebe nun mal eine Anleinpflicht. Und es gebe sie ja nicht ohne Grund. Evers: „Aber ich habe auch einen einfach Vorschlag, wie man die Verfolgungsangst ganz einfach überwinden kann: Leint eure Hunde an.“ JoPr

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