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Ratingen: BU fordert offene Sonntage

Ratingen : BU fordert offene Sonntage

Ein neuer Erlass bringt Tempo in die politische Debatte. Doch es gibt auch Zweifel am Vorstoß der Bürger Union.

Verkaufsoffene Sonntage in Corona-Zeiten? Es geht grundsätzlich um weitere Hilfen und Initiativen für den Einzelhandel. Doch man spürt auch Skepsis. Fakt ist: Es gibt jetzt einen neuen Vorstoß der Bürger Union (BU) für die lokale ­Wirtschaft.

Die Fraktion nimmt den Erlass zum Ladenöffnungsgesetz (LÖG NRW) vom 9. Juli zum Anlass, Bürgermeister Klaus Pesch aufzufordern, für die kommenden Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses und des Rates im August in Abstimmung mit den Vertretungen der Kaufmannschaft der Stadtteile sowie mit der Ratingen Marketing GmbH (RMG) „alles in seiner Macht Stehende zu veranlassen, um mehrere verkaufsoffene Sonntage noch im Jahr 2020 stattfinden lassen zu ­können“.

Der Erlass der Landesregierung sehe vor, die zwingende Bindung von verkaufsoffenen Sonntagen an Veranstaltungen oder Stadtteilfeste mit entsprechender langer Vorlaufzeit durch Planung und Organisation auszusetzen“, erläuterte BU-Fraktionschef und Bürgermeisterkandidat Rainer Vogt. Er betonte: „Die für den Einzelhandel zum Teil katastrophalen Auswirkungen der Corona- Pandemie mit einer mehrwöchigen Totalschließung im Frühjahr und den immer noch geltenden Beschränkungen sind nun als Sachgrund zur Genehmigung von bis zu vier verkaufsoffenen Sonntagen ausreichend.“

Die Genehmigung und Organisation von mehreren verkaufsoffenen Sonntagen im Herbst und in der Vorweihnachtszeit wäre eine ungemein wichtige Unterstützung und Hilfe für den gesamten stationären Einzelhandel in Ratingen, so Vogt.

Ob es einen verkaufsoffenen Sonntag gibt, ist fraglich

„Diese Chance dürfen wir auf keinen Fall ungenutzt lassen“, sagte er. Nun sei es die Aufgabe der Städte und Gemeinden, beantragte verkaufsoffene Sonntage unter Abwägung einer Gefährdung der negativen Auswirkungen der Pandemie auf ihren Einzelhandel zu genehmigen. „Wir haben einen Antrag auf einen Tagesordnungspunkt für die kommende Ratssitzung gestellt – dies in der Hoffnung, dass die zur Genehmigung von verkaufsoffenen Sonntagen erforderliche Verwaltungsvorlage bis dahin vorliegt“, so Vogt.

Ob es überhaupt zu einem verkaufsoffenen Sonntag kommen wird, ist fraglich. Die RMG will den Bedarf bei den Händlern abfragen, die Stadt müsste sehr genau dokumentieren, wie die wirtschaftliche Situation des Einzelhandels aussieht (Umsatzeinbußen). Dass Verdi gegen verkaufsoffene Sonntage juristisch vorgehen werde, sei nicht auszuschließen, betonte Bürgermeister Klaus Pesch.

Man versuche auf jeden Fall, zur Adventszeit ein kleineres Veranstaltungsformat zu organisieren. Bürgermeister Klaus Pesch könnte sich auch ein Late-Night-Shopping vorstellen. Aber es hängt in erster Linie von den Händlern ab: Die müssen schließlich in deutlicher Zahl mitziehen, um dies zu realisieren. Bereits vor Corona war es aus Sicht der Stadt nicht einfach, an Geschäftszahlen und Informationen zur Kundenresonanz zu kommen.

Bernd Schultz, der Vorsitzende des innerstädtischen Werberings City-Kauf, betonte, dass Ratingen verkaufsoffene Sonntage benötigen. Man sollte solche Formate auf jeden Fall anbieten, erklärte er.