Rathaussturm blieb Nebensache

Rathaussturm blieb Nebensache

Alte und junge Jecken feierten lieber eine Riesensause.

Ratingen. Rathaussturm? Ach ja, da war noch was: Die Belagerung und Übergabe des alten Bürgerhauses am Markt als Ausweichquartier geriet streckenweise zur Nebensache. Denn die geschätzt 2000 alten und jungen Jecken, organisierten Karnevalisten, Möhnen und kostümierten Jugendlichen hatten vor allem eins im Sinn: feiern, Party machen, Spaß haben.

Foto: Stefan Fries

Und den hatten sie allesamt: Bei strahlendem Sonnenschein und fetziger Partymusik verwandelte sich der Marktplatz in eine riesige Tanzfläche.

Recht übersichtlich ging es im ersten Stock des Bürgerhauses zu, wo sich Bürgermeister Harald Birkenkamp — als Teufel verkleidet — verschanzt hatte und zum Sturm aufforderte. Der ließ aber auf sich warten: Die Böllermarie der Rot-Weißen war zugeparkt, die Ball-Kanone von Blau-Weiß hatte Ladehemmung.

Es dauerte bis 11.07 Uhr, bis der erste Schuss losging — aufs Dach. Birkenkamp hatte aber offenbar mehr Lust auf Feiern statt auf Verteidigung ohne Angriff und gab das Bürger-Rathaus preis und den Schlüssel ans Prinzenpaar weiter. „Viel Spaß und Frieden in den nächsten Tagen“, so des Teufels frommer Wunsch fürs närrische Volk.

Bürgermeisterkandidat Klaus-Konrad Pesch kam vielsagend als Zauberer daher. Ob er im nächsten Jahr das Rathaus verteidigt? „Heute sind erst einmal die Möhnen dran“ orakelte er.

Die feierten aber auch lieber draußen auf dem Marktplatz, wo Heinz Hülshoff und der „Hahnenschrei“ von Rot-Wiss mit ihren Liedern für Topstimmung sorgten und mehrmals die La-Ola-Welle über den Platz schickten.

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