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Planung: Freie Bahn für die Kirchgasse

Planung: Freie Bahn für die Kirchgasse

Die Firma Interboden hat von der Stadt das Gelände für den geplanten Neubau gekauft.

Ratingen. Willkommen in der Bronx! Wer von der Kirchgasse ins dortige Parkhaus einfährt und auf der Suche nach einem Stellplatz Stockwerk für Stockwerk nach oben fährt, fragt sich schon: Wo bin ich hier eigentlich? Pfützen, Unrat, mit Flatterband abgesperrte Bereiche, Grafitti, bröckelnder Putz, Risse und Löcher im Beton. Seine besten Jahre hat das Parkhaus Kirchgasse schon lange hinter sich. Und seine Tage sind jetzt definitiv gezählt: Die Ratinger Firma Interboden „Innovative Gewerbewelten“ hat über eine Schwestergesellschaft das rund 1600 Quadratmeter große Grundstück an der Kirchgasse und Turmstraße von der Stadt gekauft — samt Parkhaus.

Als für die Stadt feststand, dass eine Sanierung des Parkhauses aus Kostengründen nicht in Frage kommt, war das Schicksal der Garage besiegelt. Es wird jetzt einem Wohn- und Geschäftshaus weichen, das neben rund 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche im Erdgeschoss noch etwa 20 Wohnungen und eine Tiefgarage umfassen wird.

Den jetzigen Plänen war ein städtebaulicher Wettbewerb vorausgegangen, bei dem drei Entwürfe in die engere Wahl kamen und aus dem die Firma Interboden als Sieger hervorgegangen ist. Dennoch mussten die Pläne mehrfach überarbeitet und nachgebessert werden — besonders hinsichtlich der Dach- und Fassadengestaltung. Auch das markante Eckgebäude, auf das der Blick von der Oberstraße aus zuerst fällt, stieß nicht auf uneingeschränkte Zustimmung.

Ziel der Neubebauung sei es, diese Lage in der Ratinger Altstadt nachhaltig aufzuwerten, schreibt Interboden in einer Mitteilung. das geschehe zum einen durch das auffällige Eckgebäude, zum anderen durch die Mieter in den geschäftsräumen.

Mit dem architektonischen Entwurf greift Interboden in moderner Formensprache die Kleinteiligkeit der Gebäude in der Ratinger Altstadt auf: Die Fassaden sind abwechslungsreich mit Betonung des Einzelhauses gestaltet. Die Dachlandschaft passt sich mit unterschiedlichen Formen, Neigungen und Höhen der historischen Umgebung an.

Besonderen Charme erhält das in die Fußgängerzone auskragende Eckgebäude durch eine halböffentliche Freitreppe zum exklusiv gestalteten Innenhof, durch die die „Gassen- und Hofstruktur der Altstadt aufgegriffen und spannend inszeniert wird“, schreibt Interboden weiter. Der Straßenbelag entlang des Neubaus soll als Mischverkehrsfläche ausgebaut werden, auch um die Fußgängerzone der Oberstraße stärker einzubinden.

Für die Verkaufsflächen im Erdgeschoss sowie den Wohnungen in den Obergeschossen liegen nach Angaben der Planer bereits konkrete Anfragen vor.

Der Baubeginn ist mit Abschluss des Vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens vorgesehen, dessen Einleitung und Offenlage im Dezember 2012 im Rat der Stadt Ratingen beschlossen wurde. Wer also noch einmal im alten Kirchgassen-Parkhaus parken will, sollte nicht bis Jahresende warten.