Parkhäuser füllen Stadtkasse

Erhöhung bringt jährlich rund 80 000 Euro mehr. Schilder verwirren aber die Autofahrer.

Ratingen. Unter vielen Autofahrern, die in der Innenstadt parken wollen, herrscht Frust. Viele kommen mit den neuen Parkregelungen nicht klar, die seit vergangenem Jahr gelten. „Die Schilder sind nicht eindeutig“, sagt Werner Schampinski.

Er habe schon einmal an der Wallstraße geparkt, die Parkscheibe in seinen Wagen gelegt, weil er fest davon überzeugt war, dass er dort eine Stunde frei parken könne. „Das stand auch auf dem Schild. Als ich wieder aus der Stadt kam, hatte ich trotzdem ein Knöllchen. Erst dann sah ich, dass da noch ein Halteverbots-Schild war. Das soll mal einer verstehen.“

Bis Mai vergangenen Jahres durften Ratinger mit wenigen Ausnahmen in der ganzen Stadt zwei Stunden lang kostenfrei parken. In den Parkhäusern war die erste Stunde kostenfrei. Das wurde geändert.

Der Grund: Die Stadt wollte mehr Einnahmen erzielen und die Fluktuation von Autofahrern auf den Parkplätzen erhöhen. Insgesamt sollten durch mehr Parkgebühren rund 88 000 Euro jährlich in der Stadtkasse landen, wovon 40 000 Euro für die Wartung und Leerung der Automaten abgezogen werden müssen.

Nachdem der Stadtrat den Weg für die neue Parkregeln geebnet hatte, dürfen die Ratinger jetzt ihren Wagen nur noch eine Stunde lang kostenfrei abstellen. In den Parkhäusern ist die erste Stunde nach wie vor frei, dafür müssen die Autofahrer für die zweite Stunde mehr als vorher zahlen: 1,40 Euro.

Alleine diese Maßnahme hat der Stadt schon ein hübsches Sümmchen zusätzlich in die Stadtkasse gespült. Wie die Kämmerei gestern auf Anfrage mitteilte, wurden rund 90 000 Euro mehr eingenommen.

Und die Stadt wird voraussichtlich in Zukunft noch ein wenig mehr Geld einnehmen. Denn noch snd die neuen Parkscheinautomaten mit den höheren Gebühren nicht aufgestellt. „Die sind aber in Auftrag gegeben worden. Der Baubetriebshof wartet nur noch auf die Lieferung, dann werden sie installiert. Erst dann müssen die Ratinger mehr zahlen“, sagt Ordnungsamtsleitern Barbara Arndt.

„Die Automaten werden an ausgewählten Stellen stehen, beispielsweise an der Stadthalle oder an der Werdener Straße, wo jetzt auch schon Automaten stehen. Insofern ändert sich nicht viel.“

Ob mehr Knöllchen in der Innenstadt seit dem vergangenen Jahr verteilt worden sind, kann die Ordnungsamtsleiterin nicht sagen. „Dazu liegen mir noch keine Zahlen vor“, sagt sie. Missverständnisse könne es bezüglich der Beschilderung nicht geben.

„Auf der Wallstraße beispielsweise ist das klar geregelt: Die rechte Straßenseite ist fürs Parken vorgesehen, die linke ist Ladezone, da darf niemand stehen“, sagt Arndt, die die Neuregelung begrüßt: „Denn ich habe schon von einigen Anwohnern und Bürgern gehört, dass sich dadurch die Parksituation verbessert hat und sie jetzt schneller einen freien Parkplatz finden.“

Von den Einzelhändlern, die im vergangenen Jahr der Neuregelung noch kritisch gegenüber standen, weil sie dadurch Kundeneinbußen befürchteten, hat Arndt noch keine Rückmeldung bekommen.

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