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Pandemie fordert einen Balanceakt zwischen Verschieben und Planen

Herausforderungen fürs Kulturamt : Pandemie fordert einen Balanceakt zwischen Verschieben und Planen

Die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen stellen auch das Kulturamt in Ratingen vor Herausforderungen. Abgesagte Veranstaltungen müssen neu terminiert werden, gleichzeitig wird aber das neue Programm geplant.

„Verschieben“, dieses Wort haben die Mitarbeiter des Kulturamtes wohl noch nie so häufig gebraucht wie in den vergangenen Monaten. Und es geht so weiter. Das Kindertheaterstück „Der gestiefelte Kater“ wird vom 20. Januar auf den 24. Februar 2021 verschoben. Die Aufführung „Aus großer Zeit“ wird vom 24. Januar auf den 21. Februar 2021 gelegt. Optimistische Termine, denn auch Kulturamtsleiterin Andrea Töpfer glaubt nicht daran, dass das Stadttheater im Februar wieder für Publikum geöffnet werden kann. Möglicherweise, so ihre Einschätzung, könnte der Kulturbereich sogar bis Ostern brach liegen.

Für die städtischen Mitarbeiter bedeutet dies, geplante Veranstaltungen neu zu terminieren und dabei gleichzeitig das neue Programm im Auge zu behalten. „Gut, dass wir mit Frank Stamm einen langjährigen und versierten Programmplaner haben“, sagt Andrea Töpfer.

Er versucht in Absprache mit Künstlern und Tourneetheatern neue Termine abzusprechen. Um nicht in einen Terminstau zu geraten „haben wir einige Veranstaltungen bereits ins neue Programm verschoben“, sagt Töpfer. Anderes muss möglicherweise ganz ausfallen. „Auch weil manche Tourneetheater das verschobene Stück in der neuen Saison gar nicht mehr spielen.“

Eine Verkürzung der Sommerpause, um möglicherweise einen Terminstau zu entzerren, ist für Andrea Töpfer jedoch keine Option. Denn in den Sommermonaten ziehe es die Menschen nun mal nicht ins Theater. „Ich hoffe, dass wir im September dann wieder gut beginnen können.“ Je nach allgemeiner Veranstaltungslage könnte vorher eventuell die Sommerbühne an der Stadthalle neu aufleben.

Allerdings will das städtische Kulturamt nicht in Konkurrenz zu anderen Veranstaltern treten, sollten diese den Sommer endlich für ihre Vereinsfeste nutzen können. Zurzeit sind konkrete Terminzusagen eh hinfällig. Und deshalb hat das Kulturamt auch den Kartenverkauf eingestellt. „Wir nehmen nur Reservierungen entgegen“, sagt Töpfer. So entfallen auch die aufwändigen Rückerstattungen, Kulturinteressierte dagegen können sich einen Platz sichern und die Karte kurzfristig bekommen. Ein Lichtblick in dieser kulturarmen Zeit ist für Töpfer die Stadtbücherei. Die Ausleihmöglichkeiten würden sehr gut angenommen, sagt die Kulturamtsleiterin. Das benachbarte Museum dagegen hat die Türen komplett geschlossen. Wer dahinter schauen möchte, kann sich zunehmend im Internet umsehen, denn die Mitarbeiter präsentieren dort einen Teil der Ausstellungsstücke.

Zum städtischen Kulturamt gehört aber auch die Abteilung Tourismus. Und hier verzeichnen die Mitarbeiter einen Aufschwung bei den Wanderungen. Die Stadt gibt derzeit Vorschläge zu Touren rund um Ratingen heraus. Und auch die angebotenen Wanderflyer seien sehr begehrt. Wer seine Freizeit nämlich nicht mit Theater-, Konzert- oder Kinobesuchen verbringen kann, der erkundet derzeit die Natur. Dennoch hofft Töpfer, dass die Veranstaltungen bald wieder starten können. Denn für Ende April ist die zweite Auflage der Reihe „Rampenlicht“ mit drei Veranstaltungen geplant. Bis jetzt denken die städtischen Mitarbeiter jedenfalls noch an keine Verschiebung. Schließlich bleiben bis dahin noch drei Monate Zeit.