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Neues Projekt soll Stadt sauberer machen

Neues Projekt soll Stadt sauberer machen

Zusammen mit dem Jobcenter sollen drei Stellen für Langzeitarbeitslose geschaffen werden.

Ratingen. Martin Gentzsch, der als Dezernent für die Kommunalen Dienste der Stadt zuständig ist, hat eine griffige Formel gegen die drohende Vermüllung parat. Und die lautet: aufklären, aufräumen, ahnden. Es sei nicht so, dass der Arbeitskreis (AK) „Sauberes Ratingen“ seinen Dienst eingestellt habe, betonte der Kämmerer, das Gegenteil sei der Fall.

Haupt- und Finanzausschuss sowie der Rat werden ein neues Projekt absegnen, das die Dringlichkeit des Themas unterstreicht: So sollen in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter des Kreises Mettmann drei Stellen für Langzeitarbeitslose geschaffen werden, die Dreck- und Müllecken in Eigenverantwortung aufspüren und beseitigen sollen. Der AK hat dieses Beschäftigungsmodell bereits geprüft, der Sozialausschuss und der Ausschuss für Stadtentwicklung begrüßen diese Initiative.

Die neu geschaffene Kolonne soll dort tätig sein, wo die Kommunalen Dienste normalerweise nicht hinkommen und auch nicht zuständig sind. So geht es vor allem darum, an Bundes- und Landesstraßen, an Autobahnauf- und abfahrten für Sauberkeit zu sorgen.

Aussichtsreiche Kandidaten können zunächst ein Praktikum in einer der bestehenden Kolonnen in der Stadtreinigung und Abfallsammlung machen. In der Vorlage der Stadt heißt es, „dass die Teilnehmer keine abgeschlossene Berufsausbildung benötigen, es sollten jedoch Interesse an handwerklicher Arbeit und die körperliche Eignung zur Arbeit im Freien mitgebracht werden“. Aus Gründen der Arbeitssicherheit seien Deutschkenntnisse notwendig. „Eine Fahrerlaubnis der Klasse B wäre bei mindestens zwei Teilnehmern zur selbstständigen Anfahrt der Örtlichkeiten notwendig“, teilte die Verwaltung mit.

Im Bereich der Kontrollen will man in den kommenden Monaten verstärkt tätig sein, sagte Gentzsch und sprach damit den Ausbau des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) an. Der Kämmerer weiß, dass Bürger darauf pochen, Umweltdelikte stärker zu ahnden. „Dieses Thema haben wir auf jeden Fall im Blick.“.

Die drei Stellen sind auf 24 Monate befristet, es ist eine Förderhöhe durch das Jobcenter von bis zu 75 Prozent möglich. Nach ersten Berechnungen müsste die Stadt für das Jahr 2018 Geld in einer Höhe von maximal 10 000 Euro bereitstellen, ab dem Haushaltsjahr 2019 wären unter Berücksichtigung einer leicht reduzierten Förderhöhe zwischen 30 000 und 40 000 Euro an Eigenmitteln notwendig. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass die neuen Mitarbeiter später von der Stadt übernommen werden.

Rainer Vogt, Fraktionsvorsitzender Bürger Union (BU), sagte, dass die Themen Sauberkeit und Sicherheit auf der Agenda der Bürger ganz oben stehen, „das beschäftigt die Leute“. In einem Antrag der BU für Hauptausschuss und Rat heißt es: „Während die vom Amt für kommunale Dienste zu reinigenden öffentlichen Flächen in der Ratinger Innenstadt einen überwiegend guten Reinigungsstandard aufweisen, ist zunehmend festzustellen, dass auf öffentlich gewidmeten Privatflächen in der City (exemplarisch seien genannt der Arkadenhof, der Luwenshof, der Martin-Luther-Hof oder der Franz-Rath-Platz), die nach momentanem Stand durch die Grundstückseigentümer zu pflegen sind, eine verbesserungswürdige Reinigungsqualität anzutreffen ist.“

Dies habe die Fraktion der Bürger Union auch fotografisch dokumentiert. Dabei falle insbesondere eine sehr starke Verunkrautung der Flächen auf: „Diese ist von den Anliegern ohne professionelle Gerätschaften nur sehr mühevoll zu beseitigen. Um diesen bedauernswerten Zustand nachhaltig verbessern zu können, sehen wir die Verwaltung in der Pflicht, geeignete Maßnahmen zu prüfen und diese dann gegebenenfalls umzusetzen.“