Neue Rathaus-Kantine auch für Gäste offen

Neue Rathaus-Kantine auch für Gäste offen

Es gibt bereits Interessenten für die Pacht. Ein integrativer Betrieb soll die Kantine mit Außenterrasse führen.

Ratingen Als Anfang Januar Rathaus-Architektin Birgit Wagner stolz durch den Rohbau führte, blieb besonders viel Zeit in der künftigen Kantine: Sie sei für etwa 70 bis 100 Personen ausgelegt, soll etwa von 8 bis 16 Uhr geöffnet haben und auch eine Außenterrasse bekommen, sagte sie damals. Damit eigne sie sich, neben dem Ratssaal, auch als Veranstaltungsort. Die Kantine, so versprach Baudezernent Jochen Kral an ihrer Seite, werde auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Damals machte man sich auf die Suche nach einem Betreiber: Drei potenzielle Pächter haben zunächst Interesse bekundet, einer hat jedoch seine Bewerbung zurückgezogen.

Foto: Blazy

Die neue Rathauskantine soll etwas Besonderes werden, das steht schon lange fest. Sie soll von einem Integrationsbetrieb geführt werden, der auch Menschen mit Behinderungen beschäftigt. Verschiedene Behörden nutzten laut Verwaltung bereits eine Kantine als Integrations- beziehungsweise Inklusionsbetrieb. „Die gemachten Erfahrungen werden als positiv beschrieben.“ Laut Einschätzung des Integrationsamtes des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) rechnet sich das Betreiben einer Kantine durch die Verwaltung in der Regel nicht, da dieser Betrieb einfach zu klein sei. „Sinnvoller ist es, den Betrieb als einen Inklusions- beziehungsweise Integrationsbetrieb führen zu lassen, da durch externe Zuschüsse die Personalkosten geringer gehalten werden können.“

Die Forderungen des LVR für eine wirtschaftliche Betriebsführung stoßen bei Kral auf offene Ohren. So müsse ein solcher Betrieb öffentlich zugänglich und auch nach 14 Uhr geöffnet sein. Zusätzlich sollte die Küche mit Catering-Aufgaben ausgelastet werden. Und, so der LVR: „Vorteilhaft wären Unternehmen oder Verbände, die noch weitere wirtschaftliche Standbeine haben, damit die Kantine nicht sofort schließen muss, wenn sie in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät. In Ratingen bedeutet das: Die Rathaus-Kanine übernimmt die Versorgung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten Baubetriebshof, Martinschule und Stadionring 17 sowie für alle anderen externen Gäste und Kunden.

Das Speisenangebot beinhaltet von montags bis freitags in der Zeit zwischen 8 und 14 Uhr eine Frühstücks - und Mittagsversorgung und darüber hinaus die Bewirtung von Gästen bei besonderen Anlässen im Rathaus, die Bewirtung der politischen Gremien zu den Sitzungen sowie die Bewirtung Dritter. Bisher hatte die Stadtverwaltung ihre Kantine im alten Rathaus selbst betrieben. Das soll sich ändern. Es gibt bereits Gespräche mit dem Finanzamt über die anteiligen Baukosten (Vorsteuerabzug) und das Verpachtungsmodel. Obwohl das Finanzamt noch nicht entschieden hat, es wohl auch aus rein formalen Gründen nicht tun wird, bittet die Verwaltung den Rat, dennoch grünes Licht für den Abschluss eines Pachtvertrages zu geben.

Das ausgearbeitete Leistungsverzeichnis wird nach hausinterner Abstimmung mit der Personalverwaltung und dem Personalrat zum nächstmöglichen Zeitpunkt veröffentlicht und an die Interessenten versandt. Das Vergabeverfahren soll voraussichtlich bis Ende 2018 abgeschlossen sein, damit sichergestellt ist, dass die Kantine zeitgleich mit dem Bezug der Büros im Rathaus-Neubau eröffnet werden kann. Das Rathaus soll im Sommer fertig werden.

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