Wasserschäden in Ratingen : Wasser hält nicht an Grenzen

Im Bezirksausschuss Tiefenbroich gab es eine Analyse der Stadt zu den Starkregenereignissen vom 14. Juli. Wasser mache an den Stadtgrenzen nicht halt, so der Tenor. Ratingen ist noch relativ glimpflich davongekommen.

Es war schon schlimm genug. Doch Ratingen ist im Vergleich zu anderen Städten und Regionen noch glimpflich davongekommen. Die Folgen wirken aber nach. Und so war das beherrschende Thema im Bezirksausschuss Tiefenbroich das Starkregenereignis vom 14. Juli. Die Verwaltung hat nun einen ausführlichen Bericht dazu und zu dem aktuellen Abwasserbeseitigungskonzept abgegeben. Bei einer Sitzungsunterbrechung konnten die Bürger Fragen stellen.

„Wir bedanken uns ausdrücklich bei der Verwaltung für diesen differenzierten Bericht. In den vergangenen Jahren ist durch den Bau von Regenrückhaltebecken für Tiefenbroich schon viel passiert. Beispielsweise gab es keine Überflutungen in der Region Gratenpoet und Jägerhofstraße. Aber jetzt muss besonders beim Hochwasserschutz nachgelegt werden“, meinten Ina Bisani und Wolfgang Diedrich, CDU-Ratsvertreter für Tiefenbroich.

Regenmassen sind zuverlässig aufgenommen worden

Hochwasserschutz und Abwasserbeseitigung sind zwei sehr komplexe Themen. Das wurde bei dem letzten Hochwasserereignis besonders deutlich. Die Regenmassen, die an diesem Tag zwischen 15 und und 19.30 Uhr über Tiefenbroich hereinbrachen, seien zuverlässig durch natürliche Versickerungsflächen und Regenrückhaltebecken aufgenommen worden. Aber gleichzeitig habe dieses Starkregenereignis die Wassermassen in den Flüssen ansteigen lassen. Die dann auch über die Ufer getreten sind und zum Leidwesen der Anwohner die Keller überflutet haben. An diesem Punkt müsse ein Hochwasserschutzkonzept greifen, das bereits im vergangenen Jahr beauftragt wurde und aktuell mit dem Bergisch-Rheinischen Wasserverband (BRW), der Stadt Düsseldorf und anderen zuständigen Behörden abgestimmt wird. Denn Wasser mache eben nicht an Stadtgrenzen halt, hieß es im Ausschuss.

In diesem Zusammenhang hat die Verwaltung berichtet, dass die Überflutung im Cromford-Park noch größeren Schaden für Tiefenbroich abgewendet hat. Deshalb wird als Sofortmaßnahme die Uferböschung der Anger abgeflacht, um die Retentionsfläche zu vergrößern. Auch wenn die Anger bereits einem strengen Hochwasserschutz unterliegt, hat der jüngste Starkregen gezeigt, dass in diesem Bereich noch weiterer Handlungsbedarf besteht.

„Wir erwarten für das vierte Quartal einen Maßnahmen- und Zeitplan mit Blick auf das Hochwasserschutzkonzept für Tiefenbroich. Bis dahin muss man noch einmal genau hinschauen, wo man kurzfristig durch pragmatische Maßnahmen die Überflutungsgefahr minimieren kann. In der nächsten Sitzung des Bezirksausschusses wird ein Vertreter des BRW berichten. Hier erhoffen wir uns weitere Antworten“, erklärten Bisani und Diedrich.

Ergänzend wies Verwaltung darauf hin, dass auch Präventionsmaßnahmen von Eigentümern hilfreich seien. Unter der Überschrift „Schutz vor Kellerüberflutungen und Rückstau“ sind ausführliche Informationen zum privaten Schutz auf der Website der Stadt nachzulesen. Denn nur die Summe vieler verschiedener Maßnahmen biete einen nachhaltigen Schutz vor Hochwasser.

Tatsache ist auch: Es gibt Anwohner in Tiefenbroich, die nur mit Mühe die Schäden in ihren Häusern und Wohnungen finanziell kompensieren können. Und es ist angesichts der große Nachfrage sehr schwierig, zum Beispiel geeignete Handwerker zu finden. Bei dem Starkregen sind zahlreiche technische Geräte (zum Beispiel Heizungen) beschädigt worden.

 Im weiteren Verlauf der Sitzung hat die Verwaltung den aktuellen Planungsstand zur Modernisierung der Sportanlage auf der Sohlstättenstraße vorgestellt. Der Fußballplatz bekommt im hinteren Teil der Sportanlage einen neuen Naturrasen sowie eine zweistufige 30 Meter lange Stehstufenanlage. Gleich daneben wird eine Soccer-Box angelegt. Die Beleuchtung wird auf LED umgestellt. Drei Garagen zur Unterbringung von Pflegegeräten und Material ergänzen die Maßnahmen. Insgesamt werden rund 1,3 Millionen Euro investiert, die Fertigstellung ist bis Ende 2022 vorgesehen. Bei der Planung dieser Anlage wurden auch verschiedene Versickerungsflächen mit geplant – als Ergänzungen zu den Regenrückhaltebecken in Tiefenbroich.