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Museum Ratingen präsentiert neue Ausstellung

Kunst in Ratingen : Bilder, die den Rahmen sprengen

Die neue Ausstellung im Museum Ratingen zeigt 19 Werke aus der Museumssammlung und Dauerleihgaben, die eines gemeinsam haben: Sie sprengen zweidimensionale Grenzen und spielen mit Form und Material.

Mehrere Tausend Kunstwerke aller Stilrichtungen schlummern in den Archiven des Museums Ratingen. Einige von ihnen kommen jetzt in einer Ausstellung zu neuen Ehren.

Kristina Wotschel aktuell wissenschaftliche Volontärin im Museum Ratingen tauchte in die üblicherweise verborgenen Schätze ein und sichtete Bilder, Skulpturen und Zeichnungen. Irgendwann drängte sich ein Thema förmlich auf. Wotschel fielen zahlreiche Arbeiten auf, die „aus dem Rahmen“ fielen und auf ihre ganz eigene Weise Grenzen sprengen. Daraus kuratierte sie die Ausstellung „Aus dem Bild!“.

„In drei Bereichen werden Arbeiten von 19 Künstlern aus dem Museumsbestand gezeigt, die sich mit Räumlichkeit und Materialität beschäftigen“, beschreibt Wotschel die Ausstellung. Empfangen wird der Besucher mit Arbeiten des Künstlerduos Petra Dreier und Michael Hanousek, das Ratinger Stadtlandschaften und Portraits von Ratinger Persönlichkeiten mit poetischen Zitaten in Szene setzt. „Durch die Überbelichtung entsteht die Illusion von Bewegung“, so Wotschel.

 Das Künstlerduo Dreier/ Hanousek inszeniert Landschaften und Persönlichkeiten aus Ratingen.
Das Künstlerduo Dreier/ Hanousek inszeniert Landschaften und Persönlichkeiten aus Ratingen. Foto: Achim Blazy (abz)

Gerhard Hoehme, Erika Maria Riemer-Sartory und Peter Royen schaffen in ihren Werken durch die Verwendung verschiedener Materialien Strukturen, die in den Raum hineinragen und so die Zweidimensionalität sprengen.

Driss Ouadahi entführt den Betrachter mit Architekturmalerei nach Ratingen West. Seine Arbeit entstand für eine der letzten Ausstellungen im Museum Ratingen direkt an der Wand. Stefanie Pürschler bringt Fotografien auf Karton auf, die in den Raum hineinragen und so eine Dreidimensionalität erzeugen. Ein Objekt aus Hohlspiegel zusammengesetzt, spielt mit Spiegelungen. „Je nachdem, ob man näher an das Kunstwerk herantritt oder es aus der Entfernung betrachtet, ändert sich das Bild“, so Wotschel.

In einem weiteren Bereich lassen Künstler wie Ugo Dossi, Wolf Eberhard Saro oder Andy Warhol die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur verschwimmen, indem sie Materialien verwenden, die sonst in der Kunst eher keine Einheit bilden. So ist eines der Werke mit Salz beschichtet.

Eine Videoinstallation des Düsseldorfer Künstlerduos Weisser Westen ist ebenfalls Teil der Ausstellung. Zu sehen sind Comiczeichen  sowie Codes der Popkultur mit elektronischen Klang- und Lichtelementen. Bei vielen Arbeiten lohnt es sich, sich mit dem Künstler zu beschäftigen. „Auch hier wurden Persönlichkeiten gewählt, die den Rahmen gesprengt haben“, so Wotschel.