Ratingen : Mit lautem Rockabilly durch die Nacht

Ratingen : Mit lautem Rockabilly durch die Nacht

Das Konzept der Kneipennacht ging auch dieses Mal auf: Für die Besucher ergab sich die Gelegenheit sich Zahlreiche Bands an ganz verschiedenen Orten anzuschauen.

Rockameier, das ist schon eine ziemlich coole Combo: sieben smarte Jungs in schwarzen Anzügen und mit roten Krawatten, einige von ihnen tragen Sonnenbrille, erinnern vielleicht ein wenig an die Blues Brothers.

Ihre Rockabilly-Musik schallt an diesem Abend weit hinaus auf den Marktplatz, die Temperaturen sind spätsommerlich, unzählige Menschen sitzen draußen an den Tischen oder haben sich in Trauben vor dem Café Extrablatt versammelt – herein kommt man nicht mehr, der Laden ist voll.

„Richtig gut organisiert ist anders“, sagt ein Gast der Kneipennacht verärgert, „wofür zahle ich Geld, wenn alles überfüllt ist?“ Die, die drinnen einen Platz gefunden haben, sind begeistert. Rockameier ist eine hochprofessionelle Band aus dem Ruhrgebiet, deren Musiker ganz offensichtlich eine Menge Spaß haben bei dem, was sie tun, alleine der Kontrabassist mit seinem gigantischen weißen Klangkörper beeindruckt mit souveränem Spiel. „Einfach großartig“, schreit eine Besucherin gegen die Musik an und tanzt gut gelaunt weiter. Nur wenige Fußminuten entfernt vom Marktplatz, wird es ruhiger, von weitem erklingt „Walking on sunshine“ in einer ganz besonderen Swing-Version. Wer der Musik folgt, landet im Café Bös. Besucher sitzen an den Tischen und lauschen der professionellen Sängerin Gwen Jolie, sie trägt eine kurze weiße Teddyjacke, die blonden Haare zu einem Dutt geformt, und verführt die Zuhörer in die Welt des Swing & Jazz.

Ihre Stücke sind bekannt: „Sledgehammer“ oder „Don’t stop me now“ hat jeder schon mal gehört, allerdings nicht in dieser speziellen Interpretation. „Ich höre mir schon ihren zweiten Set an“, schwärmt ein älterer Mann bei einem Glas Weißwein. „Vorhin war es hier brechend voll“, erzählt Kellner Nils, „das war schon Wahnsinn.“

Es ist das Konzept der Kneipennacht: Die Musiker fangen zu unterschiedlichen Zeiten an zwischen 18 und 22 Uhr und spielen dann jeweils vier Sets 45 Minuten mit kurzen Pausen dazwischen. „Das ist so gemacht, damit theoretisch jeder Besucher jede Band sehen kann, ohne etwas zu verpassen“, erklärt Adam Ruta, der vor der „Freien Tankstelle“ die vielen Menschen auf ihre Zufriedenheit hin beobachtet und Ansprechpartner ist, „wir machen das jetzt seit vielen Jahren in vielen Städten, das Konzept geht gut auf.“

Rund 1000 Besucher hatte die Kneipennacht in den vergangenen Jahren, auch diesmal – so schätzt Ruta – wird es wieder auf ähnliche Zahlen hinauslaufen. „Uns ist es wichtig, dass wir nicht jedes Jahr dasselbe Programm bieten, deshalb schauen wir, dass stets neue Bands dabei sind“, betonte Ruta.

Um 21 Uhr startet auch in der „Freien Tankstelle“ endlich die Livemusik, Ususal Suspects kommen aus Oberhausen und covern Rockmusik aus den Siebzigern, auch dort ist der Laden richtig voll, wer noch hineinkommt, sieht von der Bühne und den Musikern gar nichts, viele Besucher stehen daher lieber draußen.