Ratingen : Lintorfer Schützen pflegen ihre Tradition

Ratingen : Lintorfer Schützen pflegen ihre Tradition

Die Lintorfer Bruderschaft feierte trotz wolkenverhangenem Himmel ein rauschendes Fest mit großem Umzug.

Die Eheleute Mingers sind schon seit 17 Jahren dabei, Ehemann Fritz gehört dem Stammcorps der Lintorfer Bruderschaft an. Für sie bedeutet Schützenfest die Pflege des alten Brauchtums und der
Zusammenhalt.

„Es ist immer wieder eine Freude, gemeinsam zu feiern und die Traditionen zu hegen und pflegen, würde es uns nicht gefallen, wären wir schon längst nicht mehr dabei“, sagte Ehefrau Eva, die zwar selber kein Mitglied der Bruderschaft sein kann, aber trotzdem wie all die anderen Schützenfrauen unerlässlicher Teil einer lebendigen Schützengemeinschaft ist.

40 Gruppierungen absolvierten die Parade, bevor es ins Zelt ging

Höhepunkt des Festes war der große Festumzug am gestrigen Sonntag, bei dem die Lintorfer Bruderschaft und die Abordnungen befreundeter Schützenvereine zu Fuß, zu Pferd oder in Kutschen durch die Straßen zogen. Trockenen Fußes konnte der Zug starten, im Hinblick auf den wolkenverhangenen Himmel waren Schützen und Zuschauer mit Schirmen ausgestattet. Gut 40 Gruppierungen waren gekommen, um zum Abschluss des Umzuges vor den Majestäten und Ehrengästen die Parade zu absolvieren, bevor es wieder ins Festzelt ging. Dort wurden verdiente Schützen geehrt, und der Tag klang mit Musik aus. Aber auch schon die beiden Tage zuvor war es in Lintorf rund gegangen. Den Auftakt machte am Freitag ein rundum gelungener bayrischer Abend mit ausgelassener Stimmung bis kurz nach Mitternacht im vollbesetzten Festzelt, bei dem so manch ein Besucher in Tracht erschien.

Für Samstagnachmittag waren alle Lintorfer ab dem 70. Lebensjahr ins Zelt am Schützenplatz eingeladen worden, um sich bei anregenden Gesprächen den Kaffee und leckeren Kuchen schmecken zu lassen und den Klängen der Musik des Lintorfer Tambourcorps zu lauschen.

Das Königspaar Frank und Susi Gröschel sowie das Kronprinzenpaar Maurice Groten und Marissa Bialon bedienten, unterstützt durch die Kameraden aus ihren Formationen, höchst persönlich die Gäste.

Am Abend gab es nach einem Festgottesdienst in der St. Anna- Kirche sowie der Totenehrung an der Drupnas das traditionelle Platzkonzert auf dem Marktplatz, bei dem am Ende die Schützen zum immer wieder bewegenden großen Zapfenstreich ihre Fackeln entzündeten, bei der Nationalhymne sang der Großteil der Besucher mit. Mit einem Feuerwerk und einem Discoabend endete der Samstag.

„Früher war noch das gesamte Dorf auf dem Platz, das ist heute leider nicht mehr so. Es wird immer schwieriger, Nichtschützen für das Fest zu gewinnen. Es ist schleichend, aber noch nicht zur Gänze zu einem Vereinsfest geworden, zu dem hauptsächlich Mitglieder sowie Freunde und Bekannte kommen. Dass es eigentlich ein Dorffest für alle ist, wird irgendwie nicht mehr gesehen“, bedauerte Schützenchef Andreas Preuß.

Für die Zukunft seien Veränderungen geplant. Eine Gruppe jüngerer und sehr engagierter Schützen habe sich zusammengefunden, die viele Ideen im Kopf habe. „Aber Veränderungen sind in einem 555 Jahre alten Verein nicht so einfach“, ließ Schützenchef Andreas Preuß durchblicken.

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