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Lintorfer legt in seinem Vorgarten eine Wildblumenwiese an

Wildes Ratingen : Lintorfer hegt Wildblumen statt Rasen

Manchmal entsteht aus den Einschränkungen, die die Corona-Pandemie mit sich brachte, auch etwas Schönes. Wie im Fall von Oliver Kintzel. Er nutzte die Zeit, um einen Plan umzusetzen, mit dem er sich schon länger trug. Der Lintorfer verwandelte seinen Vorgarten in eine Wildblumenwiese.

Entspannt beobachtet Oliver Kintzel Distelfinken, die in seinem Vorgarten nach Körnern picken. „Ich habe heute hier Tiere, die sich früher nie haben blicken lassen.“ Schmetterlinge, Hummeln, Bienen, Grashüpfer – alle Arten von Insekten haben Kintzels Vorgarten als Gourmet-Tempel entdeckt. Das war nicht immer so.

„Die Idee hatte ich schon länger“, so Kintzel. Aber irgendetwas ist ja immer. Dann kam Corona und legte das öffentliche Leben weitgehend lahm. Kintzel hatte Zeit und machte sich ans Werk. Zunächst beschaffte er sich Literatur, um herauszufinden, was für eine üppige Wildblumenwiese erforderlich ist.

Er hat Mutterboden
mit Sand vermischt

 Seit Mai erfreut sich der Lintorfer an der Blütenpracht. Grashüpfer fühlen sich in seiner Blumenwiese pudelwohl.
Seit Mai erfreut sich der Lintorfer an der Blütenpracht. Grashüpfer fühlen sich in seiner Blumenwiese pudelwohl. Foto: Achim Blazy (abz)

„Umgegraben habe ich den Rasen nicht“, so Kintzel. „Vielmehr habe ich Mutterboden und Sand vermischt und einfach direkt auf den Rasen aufgebracht“, erklärt der Lintorfer. Ganze 60 Schubkarren mit Mutterboden schaffte Kintzel heran. Den gab es glücklicherweise kostenlos in der Nachbarschaft. Dazu 10 mal 60 Liter Mulcherde. Danach konnte sich der Hobbygärtner erst einmal zurücklehnen. Drei Monate ließ er das Gemisch ruhen. „Bis April lag das Beet im Winterschlaf, um sich mit dem alten Rasen zu verbinden“, so Kintzel. Auf diese Weise sollte eine gute Basis für die Aussaat bereitet werden.

 Für Bienen ist der Tisch immer noch reich gedeckt.
Für Bienen ist der Tisch immer noch reich gedeckt. Foto: Achim Blazy (abz)

Im Frühjahr dieses Jahres, genauer Ende April, ging es dann endlich ans Einsäen. Kintzel vertraute auf Saatgut aus der Region „Ich habe nichts Besonderes ausgesucht. Rund ein Kilogramm wurde untergeharkt, darunter auch Sonnenblumenkernen und eine Handvoll Vogelfutter.“ Einmal ausgesät, muss der Boden feucht gehalten werden. Und dann heißt es wieder warten. Aber nicht lange.

 Ein Grashüpfer  im Vorgarten
Ein Grashüpfer  im Vorgarten Foto: Achim Blazy (abz)

Mitte Mai kam dann die erste Blütenpracht zum Vorschein. Seitdem blüht Kintzel Vorgarten ununterbrochen. Die rund 200 Quadratmeter Fläche bringen immer wieder neue Blüten hervor. 35 verschiedene Sorten Blumen zählte der Lintorfer. „Bisher habe ich noch nicht einmal gemäht“, so der Lintorfer. Und das wird er auch nicht, bis das letzte Pflänzchen verblüht ist. Das wiederum freut die Tierwelt, die sich den Vorgarten an der Weidenstraße als neue Heimat ausgesucht hat. „Diese Blumenwiese ist einfach schön anzusehen. Ich habe meine Freude daran und der Garten ist wieder ein Stück näher an die Natur herangerückt.“ Aber nicht nur Kintzel selbst zaubert die Blütenpracht ein Lächeln ins Gesicht. „Immer wieder bleiben Passanten stehen, manche machen sogar wöchentlich ein Foto, um zu sehen, wie die Wiese sich verändert. Einige Nachbarn haben bereits Interesse bekundet und wollen im kommenden Jahr eine ähnliche Wiese anlegen. Kintzel hat seine Unterstützung bereits zugesagt. Auch die Schulkinder haben ihre helle Freude, wenn sie an der Weidenstraße 13 vorbeikommen. „Nach Corona ist ein kleines Paradies entstanden.“