Ratingen : „Park-Quartier“ startet 2020

An der Gartenstraße/Hans-Böckler-Straße entstehen 38 Wohnungen. Noch in diesem Jahr soll Baubeginn sein.

Die Innenstadt verändert an einigen markanten Stellen ihre Konturen: Man denke nur an die Wallhöfe und das Bechemer Carré. Und nun ein weiteres Bauvorhaben: Der Bebauungsplan zum Wohnprojekt der Wohnungsgenossenschaft Ratingen (Wogera) an der Gartenstraße/ Hans-Böckler-Straße wird öffentlich ausgelegt.

Die Wogera errichtet anstelle des alten Diakoniegebäudes, das bereits abgerissen wurde, 38 barrierefreie Wohnungen, die den Mitgliedern der Genossenschaft zu bezahlbaren Mieten überlassen werden sollen.

Um das Mehrgenerationenwohnen zu fördern, ist seitens der Genossenschaft vorgesehen, eine separate Vergaberichtlinie zu beschließen, um so die Personengruppen „junge Familien und Alleinerziehende mit Kind“, „Best Ager“ und „Senioren“ gleichermaßen versorgen zu können. Das Raumprogramm sieht Ein-, Zwei-, Drei- und Vier-Raumwohnungen mit Wohnflächen zwischen 38 und 111 Quadratmetern vor.

Darüber hinaus umfasst der B-Plan das auf der gegenüberliegenden Seite der Gartenstraße liegende Tankstellengrundstück. Ab der zweiten Jahreshälfte 2020 will man mit dem Bau beginnen. Da das Vorhaben an den neu zu gestaltenden Park zwischen Wallstraße, Beamtengässchen und Hans-Böckler-Straße grenzt, will man das Ganze „Park-Quartier“ nennen. Jochen Kral, der Technische Beigeordnete, geht davon aus, dass man in wenigen Monaten konkret mit dem Projekt starten kann. Auch der benachbarte Theodor-Heuss-Platz soll in die Planungen einbezogen werden, „der wird aber zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht angepackt“, betonte der Planungsdezernent.

Die Wogera vermietet in Ratingen bisher 2044 Wohnungen

Bundesweit gibt es rund 2000 Wohnungsgenossenschaften mit zwei Millionen Mitgliedern. In Ratingen vermietet die Wogera 2044 Wohnungen, verteilt über einen weiten Teil des Stadtgebiets. Weiße Flecken gibt es noch in Homberg, Breitscheid und in Eggerscheidt. Die Wohnungsgrößen reichen vom kleinen Appartement bis hin zu Vier-Zimmer-Wohnungen mit mehr als 100 Quadratmetern. Fakt ist: Die Wogera will weiter wachsen. Es gibt zurzeit 4880 Mitglieder. Jedes Mitglied erhält eine Mitgliedsnummer. Anhand derer ist zu ersehen, wie lange er schon bei der Wogera ist. Hier gilt: Je länger jemand Mitglied ist, umso eher hat er eine Chance, eine Wohnung zu bekommen. Alle Interessenten auf eine Mitgliedschaft werden deshalb darauf hingewiesen, dass es auch schon mal ein paar Jahre dauern kann, bis eine Wohnung frei wird. Denn die Fluktuation der Mieter ist gering, sie liegt laut Vorstand Volkmar Schnutenhaus bei gerade mal fünf Prozent. Der Hauptgrund für einen Auszug ist das Alter und der damit verbundene Umzug in ein Seniorenheim.

Mitglieder zahlen vergleichsweise moderate Mieten. Die Durchschnittsmiete liegt bei 5,77 Euro pro Quadratmeter. Bei 60 Prozent des Wohnungsbestandes liegt die Miete bei unter sechs Euro, bei 35 Prozent zwischen sechs und sieben Euro, und lediglich fünf Prozent der Mieter zahlen mehr als sieben Euro. Das sind in der Regel die Neubauwohnungen mit Tiefgarage, Aufzug und großem Balkon. Weitere Vorteile für Genossenschaftsmitglieder: Die Wogera lässt ihren Gewinn immer wieder in den Bestand fließen.

So wurden alle älteren Wohnungen, die ältesten stammen aus dem Jahr 1908, mindestens einmal durchsaniert. Balkone wurden angebaut, viele Wohnungen sind inzwischen barrierefrei. In den Badezimmern wurden Badewannen gegen Duschen getauscht oder begehbare Badewannen mit einer Tür installiert. Die Wogera beschäftigt für die 308 Wohnungen in Ratingen-West einen eigenen Hausmeister, Darüber hinaus sind noch zwei Handwerker für den Heizungs- und Sanitärbereich angestellt. Und die Wogera arbeitet überwiegend mit Handwerkern aus Ratingen zusammen, die im Schadensfall schnell zur Stelle sein können. Bei Neubaubauprojekten setzt die Wogera zudem auf ein Ratinger Architektenbüro.

„Wir wollen guten und sozialverantwortlichen Wohnraum anbieten“, sagt Schnutenhaus. In Zeiten von zum Teil rasant steigenden Mieten sei das genossenschaftliche Wohnen stark nachgefragt. Von einem verstaubten Image könne bei der jungen Generation keine Rede sein. Und einige werden sozusagen in die Genossenschaft hineingeboren. „Eltern oder Großeltern schenken den Kindern zur Geburt eine Mitgliedschaft“, sagt Schnutenhaus.