Kreis Mettmann: Experte stellt Adipositas-Therapie vor

Neviges : Fachmann entwickelt Adipositas-Therapie

Till Hasenberg vom Klinikum Niederberg bietet ein Arzt-Patienten-Seminar an.

Adipositas (Fettleibigkeit, Fettsucht) und Übergewicht sind schon lange nicht nur ein Problem in den Industrienationen, sondern stellen weltweit die Gesundheitssysteme vor große Herausforderungen. In Deutschland ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung übergewichtig und etwa 24 Prozent gelten als adipös. Am Helios Klinikum Niederberg ist Dr. Till Hasenberg Experte für diesen Bereich. Er kümmert sich nicht nur um die Patienten in der Klinik, sondern hält auch regelmäßig Vorträge und gibt Seminare. Sein nächstes Arzt-Patienten-Seminar trägt den Titel „Übergewicht bekämpfen“. Hasenberg, Chefarzt der Klinik für Adipositas- und Metabolische Chirurgie, wird in einem Vortrag alle Aspekte einer modernen Adipositastherapie beleuchten. Das Seminar findet am Freitag, 26. April, von 11 bis 13 Uhr im „SiZi I & II“ statt. Die Teilnahme ist gebührenfrei.

Seit dem Jahr 2000 bezeichnet die Weltgesundheitsorganisation die Adipositas als Pandemie. Hierbei steht nicht nur das Gewicht der Betroffenen im Vordergrund. Mit dem massiven Übergewicht gehen die sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Hypertonus oder auch Schlafapnoe einher, die massiven Einfluss auf die Lebensqualität und die Lebenserwartung haben.

Chirurgische Verfahren stellen eine sinnvolle Ergänzung dar

Auch deshalb zielt eine nachhaltige Adipositas-Therapie nicht nur darauf ab, das Gewicht zu verlieren, sondern das reduzierte Gewicht langfristig zu halten. Für Patienten mit extremem Übergewicht sind therapeutische Basismaßnahmen wie Ernährungsumstellungen, körperliche Aktivitäten und verhaltenstherapeutische Ansätze häufig nicht ausreichend, um eine langfriste Gewichtsabnahme zu sichern. Hier haben sich in den vergangenen Jahrzehnten chirurgische Verfahren als sinnvolle Ergänzung etabliert mit teilweise beeindruckenden Ergebnissen auch im Hinblick auf die Linderung chronischer Begleiterkrankungen.

Doch wann greift man zu konservativen Verfahren? Und wer eignet sich für chirurgische Eingriffe? Hasenberg erklärt: „Die Entscheidung darüber, ob und wie eine Operation durchgeführt wird, von einem interdisziplinären Behandlungsteam aus Chirurgen, Diabetologen, Bewegungstherapeuten und Psychologen getroffen und orientiert sich an wissenschaftlichen Leitlinien. Ein wichtiges Mitspracherecht hat auch der Hausarzt, der die Adipositas-Patienten meist schon über viele Jahre begleitet. Dem voraus geht in der Regel ein sechsmonatiger konservativer Therapieversuch, nur wenn dieser nicht den erwünschten Erfolg hat, kann bei der Krankenkasse eine Adipositasoperation beantragt werden.“ Ebenfalls wichtig ist es zu wissen, dass die chirurgische Adipositas-Behandlung einer lebenslangen Nachsorge bedarf. Die Umstellung hin zu einem gesunden Lebensstil kann so von dem Therapeutenteam begleitet werden.

Unterstützung bietet darüber hinaus auch die Selbsthilfegruppe Adipositas. Sie trifft sich an jedem zweiten Mittwoch im Monat um 19 Uhr und zusätzlich jeden ersten Donnerstag im Monat um 19 Uhr in den Selbsthilfegruppen-Räumen an der Robert-Koch-Straße 12 in Velbert. Weitere Infos zur Gruppe gibt es online:

adipositas-selbsthilfegruppe-
velbert.de

Mehr von Westdeutsche Zeitung