Knebel und Appelt kommen zum Festival

Knebel und Appelt kommen zum Festival

Seit 20 Jahren gibt es die Zelt Zeit in West. Das Kabarett-Reihe ist eine Erfolgsgeschichte.

Ratingen. Vor 20 Jahren, da hatte Ingo Appelt gerade mal Gastauftritte im Spartenfernsehen, war dem ein oder anderen vielleicht als recht talentierter Parodist, vor allem von Rudolf Scharping, bekannt. Jetzt, 2017, füllt der Essener Komiker riesige Hallen und kann sich (vermutlich) schicke Sportwagen leisten. Dass solch eine Größe der Unterhaltungsszene auch heute noch für ein relativ kleines Kulturfestival gewonnen werden kann, darauf ist Bruno Schmitz, Mitveranstalter von Zelt Zeit, sichtlich und zu Recht sehr stolz.

„Ingo Appelt war in unseren Anfängen schon mal bei uns, als ihn kaum einer kannte — wir sind ihm in Erinnerung geblieben, das ehrt uns, er wird am zweiten Abend bei uns auftreten. Es ist ähnlich wie bei Bülent Ceylan: Der hat auch früher mal bei uns gespielt und war begeistert von dem Konzept, dass von Technik bis Künstlerbetreuung alles von Schülern gemacht wurde. Als wir ihn 2011 angefragt haben, hat er sich riesig gefreut und ist auch wiedergekommen — sein Management war regelrecht fassungslos über diese Entscheidung.“

Denn statt 30 000 bietet das Zelt gerade mal 800 Plätze, dafür aber ein umso schöneres Ambiente, findet Schmitz. „Das Zelt als Spielort ist einfach ungewöhnlich, die vielen kleinen Lichter, ein Sternenhimmel, es entsteht eine regelrecht familiäre Stimmung.“

Vier Tage dauert die Zelt Zeit am Grünen See. Für den ersten Abend verspricht Mitveranstalter Heiner van Schwamen einen bunten Unterhaltungsabend, bei dem sich neben erfahrenen Größen auch Nachwuchskünstler aus der Schülerkabarettgruppe „Westhäkchen“ präsentieren, seit vielen Jahren mit großem Erfolg. „Volkan Erik zum Beispiel hat bei uns angefangen und ist heute regelmäßiger und vor allem großartiger Gastgeber bei Dönerwetter“, so van Schwamen. Überhaupt — viele der Künstler, die heute erfolgreich im Geschäft sind, haben ihre ersten komischen oder kabarettistischen Gehversuche im Westen gemacht: Gaby Köster, Dieter Nuhr, Volker Pispers, Carolin Kebekus. Die Zelt Zeit — eine Talentschmiede? „Kann man so sehen“, sagt Bruno Schmitz und freut sich, auch Herbert Knebel anzukündigen. „Knebel wird sein neues Programm spielen und dabei unterstützt von fünf Musikern, darunter natürlich sein begnadeter Gitarrist Ozzy Ostermann und, erstmalig, die beiden Bläser der Familie Popolski.“

Die Veranstalter fiebern der nächsten Zelt Zeit entgegen. „Wir haben uns hier im Ratinger Westen als kulturelles Highlight etabliert und das war ja auch damals der Grundgedanke hinter dem Projekt: Die lokale Unterstützung der Künstlerszene“, bringt es van Schwamen auf den Punkt.

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