Kampf um Markttoiletten: FDP und Bürgerunion wollen Erhalt

Ratingen. Die FDP-Fraktion begrüßt es, dass die Sanierung der Markttoiletten bei der Ratssitzung am kommenden Dienstag erneut zur Abstimmung gestellt wird. Dabei setzen die Liberalen „auf Vernunft und Einsicht“ bei den anderen Ratsfraktionen.

Kampf um Markttoiletten: FDP und Bürgerunion wollen Erhalt
Foto: A. Blazy

„Wir hoffen auf eine Mehrheit für den Erhalt“, sagt Fraktionsvorsitz Hannelore Hanning. „Wir sprechen uns für eine moderate und kostengünstige Sanierungslösung aus. Ein barrierefreies WC hat der Stadtrat bereits mit dem vor wenigen Jahren installierten WC am alten Technischen Rathaus geschaffen.“

Sich allein auf das Modell der „Netten Toilette“ zu verlassen reiche aus Sicht der Liberalen an manchen Tagen einfach nicht aus: Karneval, Bauernmarkt, Automeile, Flohmarkt und gutbesuchte Markttage, „die FDP-Fraktion will eine funktionierende, lebendige Innenstadt mit vielen Events und vielen Bürgern, die daran Spaß haben. Dazu gehören für uns auch ausreichende Toiletten für jung und alt“, betonte Hanning.

Auch die Bürger Union (BU) wehrt sich gegen die Schließung. Wie berichtet, hatte es heftige Proteste gegeben. Vor allem mit Blick auf die Kosten hatte sich der Rat mehrheitlich für die Schließung und gleichzeitig für die Einführung des Projekts „Nette Toilette“ ausgesprochen: Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte man dann doch Gastwirte in der Innenstadt gefunden, die gegen eine Aufwandspauschale der Stadt ihre Sanitäranlagen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Rückblick: Am 10. Mai hat der Stadtrat mit den Stimmen der CDU und SPD beschlossen, dass die öffentliche Toilette am Markt zum 31. Dezember 2016 geschlossen wird. „Diese Entscheidung ist zu Recht mit viel Kritik und Unverständnis in der Bevölkerung zur Kenntnis genommen worden“, meinte BU-Fraktionschef Alexander von der Groeben.

Die Fraktion der Bürger Union beantragte daher, das Thema „Schließung der öffentlichen Toilette am Markt“ auf die Tagesordnung der Dezembersitzungen des Hauptausschusses (6. Dezember) und des Rates (20. Dezember) zu nehmen. Man wollte ein Konzept zum Erhalt der Markttoiletten vorlegen. Die Diskussion um die uralte Anlage am Marktplatz ist vor allem geprägt von der Kostenfrage. Noch im Jahre 2014 kam die Stadt auf etwa 30 000 Euro Sanierungskosten: Zwischenzeitlich stiegen die geschätzten Sanierungskosten auf 45 000 und sogar 245 000 Euro. Ein Aufzug sollte die Behinderfreiheit garantieren. Wird die öffentliche Toilette am Markt nun tatsächlich Ende Dezember geschlossen? Das Stadtparlament wird noch einmal entscheiden müssen.