Kampagne für saubere Stadt

Kampagne für saubere Stadt

Bürger-Union findet die Stadt zu dreckig und fordert eine Projektgruppe gegen die Vermüllung.

Ratingen. Acht Tonnen Müll haben 860 Freiwillige kürzlich beim Ratinger Dreck-weg-Tag aus dem Gebüsch geholt oder am Wegesrand aufgesammelt. Das Thema „Sauberkeit“ ist immer aktuell, wie Beschwerden aus der Bürgerschaft ans Abfallamt und der Ruf nach zusätzlichen Papierkörben zeigen. Auch die Bürger-Union (BU) spricht von einer „zunehmenden Vermüllung“ im gesamten Stadtgebiet: Müllberge am Straßenrand, Bauschutt, alte Fahrräder, abgemeldete Autos. Um das Problem umfassend anzugehen, beantragt die BU die Gründung der Projektgruppe „Unser sauberes Ratingen“, an der Fachämter der Verwaltung, das Stadtmarketing sowie Vertreter aller Parteien beteiligt werden sollen. Die Gruppe soll „Lösungsansätze erarbeiten, damit Ratingen nicht weiter vermüllt“.

„Dreck-weg-Tage können das grundsätzliche Problem nicht lösen, da hier von einigen Wenigen nur punktuell und an einem Tag für eine gewisse Sauberkeit gesorgt werden kann“, schreiben Alfred Dahlmann und Detlev Czoske in dem Antrag. In fast jeder Stadtteil-Bürgersprechstunde werde man von Bürgern auf die mangelnde Sauberkeit im Stadtgebiet angesprochen. Aber niemand übernehme die Initiative oder Verantwortung.

Als Schlüssel zur Lösung des Müll-Problems sieht die BU die Sensibilisierung der Bevölkerung. Die will sie mit einer breit angelegten Kampagne erreichen, die durch Flugblätter, Plakate, Broschüren und Rundfunkspots begleitet werden soll. Um auch vorbeugend tätig zu werden, soll das Projekt in Kindergärten, Schulen, Jugendclubs und Sportvereinen vorgestellt und erläutert werden. Die Finanzierung der Maßnahmen sollte durch Sponsoring möglich sein, hofft die BU.

In die Maßnahmen zu mehr Sauberkeit in der Stadt sollen weitere Kriterien einbezogen werden: Standorte und Leerungsintervalle von Papierkörben, Glas- und Altpapiercontainern, Hundekotbeutel, sowie die Einführung eines Müllnotrufes.

In der Verwaltung reagiert man noch zurückhaltend auf den Vorstoß der BU. „Die Stadtreinigung ist bemüht, das Straßenbild ordentlich zu halten, das Ordnungsamt kümmert sich um Verunreinigungen und Müll auf Privatflächen. Die Gründung einer Projektgruppe müsste vom Rat beschlossen werden“, sagte Peter Ueberdick, Leiter des Bürgermeister-Büros auf WZ-Anfrage.

Die Leerung der Papierkörbe geschieht — wie auch die Straßenreinigung — abhängig vom Standort in festen Zyklen. An stark frequentierten Orten wie Marktplatz oder Busbahnhof wird täglich gereinigt und geleert, in Außenbezirken seltener.