Immer weniger Hochzeiten: Ratinger trauen sich nicht

Immer weniger Hochzeiten: Ratinger trauen sich nicht

365 Paare gaben sich 2013 das Ja-Wort — so wenige, wie seit vier Jahren nicht mehr. Rekordhoch bei den Todesfällen.

Ratingen. Im Dezember herrscht immer der größte Andrang, da sind so gut wie alle Termine für Trauungen ausgebucht. Auch im Mai und Juni ist Hochbetrieb. Dagegen geht es zum Jahresbeginn eher ruhig zu im Standesamt im ehemaligen Minoritenkloster neben dem Kino. „Viele legen sich ihren Trautermin tatsächlich aus steuerlichen Gründen in den Dezember, obwohl es schönere Monate gibt, Hochzeit zu feiern“, sagt Amtsleiter Andreas Meyer. 365 Ehen haben er und sein Team im vergangenen Jahr geschlossen — der niedrigste Wert seit vier Jahren: 2010 waren es noch 416.

Besondere Eskapaden hat er noch nicht erlebt, in der Regel verlaufen die Trauungen geordnet. Auch dass Braut oder Bräutigam im letzten Moment das Ja-Wort verweigern, habe er noch nie erlebt. Wie lange die Lebensbünde halten, die er schließt, weiß Meyer nicht. „Die Scheidungsurteile kommen vom Amtsgericht, werden bei uns beurkundet, aber nicht statistisch erfasst.“

Noch überschaubar ist die Zahl der Lebenspartnerschaften, die auf dem Standesamt geschlossen werden: Sechs gleichgeschlechtliche Paare haben sich getraut. Laut Meyer sind Frauen dabei in der Mehrzahl.

Auf ein Rekordhoch von 877 kletterte die Zahl der Todesfälle. In den Vorjahren waren es 773 und 776. Rückläufig ist dagegen die Zahl der Geburten (423; Vorjahr 466). Immer wieder spannend ist für Meyer und seine Kollegen, welche Vornamen es in der „Hitliste“ (siehe Kasten) nach oben schaffen. Streit mit Eltern um den Namen gebe es zum Glück selten. Heute gehen auch Namen, die vor 15 Jahren noch abgelehnt wurden.

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