Eishockey: Ice Aliens spielen leidenschaftslos

Eishockey : Ice Aliens spielen leidenschaftslos

Gegen den Herforder EV verliert der Eishockey-Regionalligist, weil er erst im letzten Drittel die richtige Einstellung findet.

In der Kabine herrschte Ratlosigkeit und eine Frage schwirrte in den Köpfen der Spieler der Ratinger Ice Aliens – warum wurde die gute Leistung aus dem letzten Drittel nicht über die kompletten 60 Minuten abgerufen? Die Ratinger hatten die Partie gegen den Tabellenzweiten Herforder EV mit einer eher unter- als außerirdischen Leistung in den ersten beiden Dritteln unnötig aus der Hand gegeben. Am Ende unterlag der Eishockey-Regionalligist dem Tabellenzweiten mit 4:6 (1:1, 1:4, 2:1).

„Wir haben in den ersten beiden Dritteln keinen Zweikampf gewonnen, kein Herz und keine Leidenschaft gezeigt. Ich bin sehr enttäuscht“, sagte Aliens-Trainer Krystian Sikorski: „Gegen die Top-Teams musst du 60 Minuten durchspielen.“ Dass Herford die ersten drei Treffer in Überzahl erzielte und damit die Strafzeiten der Aliens eiskalt ausnutzte, wollte Kapitän Dennis Fischbuch nicht als Grund gelten lassen.

„Natürlich ist es ärgerlich. Top-Mannschaften nutzen diese Situationen eiskalt aus. Aber das war nicht der Grund für die Niederlage“, betonte Fischbuch: „Wir haben viele Fehler gemacht. Wir haben uns in der zweiten Pause gesagt, dass es so nicht weitergehen kann und dann eine andere Körpersprache gezeigt und gute Moral bewiesen.“

Dem konnte sich sein Coach nur anschließen. „Auf einmal waren wir bereit in die Zweikämpfe zu gehen. Vorher wurde unheimlich viel auf der Bank gemotzt. Es liegt am Ende an der Leidenschaft, jeder muss das im Blut haben“, forderte Sikorski eindringlich. Nach 26 Minuten hatte es noch 2:2 gestanden, nachdem Michal Plichta den Ausgleich für die Platzherren erzielt hatte, doch nach zwei Dritteln stand es 2:5. Nachdem Ulib Berezovskij knapp eine Minute nach der Pause auf 6:2 für die Gäste erhöht hatte, gelangen den Aliens-Stürmern Marvin Cohut und Tim Brazda immerhin noch die Treffer drei und vier für die Hausherren.

Da der ärgste Konkurrent um Platz vier, die EG Diez-Limburg, seine Partien gegen die Hammer Eisbären (4:7) und die Dinslakener Kobras (1:5) verlor, bleiben die Aliens weiter im Rennen um den vierten Rang, der Heimrecht bedeuten würde. Mit 43 Punkten liegen die Außerirdischen acht Spiele vor Hauptrundenende nur vier Zähler hinter den Rockets aus Diez (47). Dinslaken (41) meldet ebenfalls noch Ansprüche an. Mit dem Heimspiel am Freitag gegen den Dritten Neuwied (20 Uhr, Eissporthalle am Sandbach) und dem Auswärtsspiel beim souveränen Tabellenführer Hamm (18 Uhr), der 81 der möglichen 87 Punkte geholt hat, stehen am kommenden Wochenende zwei Knaller an. „Ein bisschen Druck ist immer da, weil wir Vierter werden wollen“, erklärte Fischbuch.

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