Hund reißt Rehkitz im Angertal

Hund reißt Rehkitz im Angertal

Jäger mahnen: Hundehalter sollen ihre Tiere im Wald anleinen.

Homberg. Für die Spaziergänger im Angertal war es ein Schock, als sie in der vergangenen Woche das rund fünf Wochen alte Rehkitz am Wegesrand fanden. Es lebte noch, war aber an den Hinterläufen schwer verletzt und hatte mehrere Bisswunden. Sofort alarmierten sie die Polizei. Als die Beamten im Angertal eintrafen, war das Tier bereits tot.

Die Polizei rief beim zuständigen Jäger, Alfred Bruckhaus, an, der seinen Kollegen Markus Ferber benachrichtigte. „Ich selbst konnte mich nicht darum kümmern, weil ich geschäftlich unterwegs war“, sagt Bruckhaus. Ferber kümmerte sich um die Beseitigung des Rehkitzes. Und nach dem Anblick war er sich ziemlich sicher, dass ein Hund das kleine Kitz gerissen haben muss.

Diese Meinung teilt auch sein Kollege Bruckhaus, der in seinem Jägerleben schon mehrere tote Kitze gesehen hat, die von Hunden gerissen worden waren. Jährlich würde er in seinem Revier in Homberg bis zu vier gerissene Tiere entdecken.

„Aufgrund der Bissspuren ist davon auszugehen, dass auch in diesem Fall ein Hund das Kitz gerissen hat“, sagt er. Außerdem sei es typisch, dass Hunde die Beute einfach liegenlassen. Wildtiere würden das nicht tun. „Die Beute wird dann mitgenommen oder verschart“, sagt der Jäger.

Bruckhaus und Ferber ärgern sich sehr über solche Fälle wie dem jetzt im Angertal. Denn dort herrscht Anleinpflicht. „Aber die Hundehalter halten sich nicht daran“, sagt Bruckhaus. Und Ferber fügt hinzu: „Denen ist das schlichtweg egal.“

Dabei sollte es den Hundehaltern nicht egal sein. Sie können laut der Jäger schließlich mit einem Bußgeld rechnen oder sogar rechtlich belangt werden, wenn nachgewiesen werden kann, dass ihr Hund wildert.

Informationen darüber, wie Hundehalter sich im Wald verhalten sollen, gibt es im Internet.

Mehr von Westdeutsche Zeitung