Höseler Bahnhof bleibt Dauerärgernis

Höseler Bahnhof bleibt Dauerärgernis

Der Ärger über die abgesagte Bahnhofsanierung ist groß. Wilhelm Droste, ehemaliger CDU-Landtagsabgeordneter, versucht jetzt, bei seinen Parteifreunden in Düsseldorf Druck zu machen.

Ratingen. An fast jedem Tag auf dem Weg zur und von der Arbeit ärgert sich Wilhelm Droste, ehemaliger CDU-Landtagsabgeordneter für Ratingen und Heiligenhaus, über die S-Bahn. Der treue S 6-Kunde hat zum dortigen Bahnhof eine ganz besondere Beziehung: Immer wieder hatte er sich für mehr Pünktlichkeit der Züge und für die seit vielen Jahren nötige Sanierung der Station eingesetzt.

Noch im Februar hatte ihm NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) in einem Schreiben versichert, der Bahnhof werde in diesen Sommerferien komplett saniert. Dann hatte die Deutsche Bahn über die Ausschreibung aber kein Unternehmen gefunden und musste die Bauarbeiten kurzfristig absagen. Das nachzuvollziehen fällt Wilhelm Droste aber nach eigenem Bekunden „sehr schwer“. Er befürchtet Schlimmes.

In einem Brandbrief an seinen Parteikollegen machte er deshalb jetzt seinem Unmut Luft. Die Nachricht der Deutschen Bahn sei mehr als ernüchternd. Und: „Die Bahn als bundesweiter Auftraggeber für Neubau-, Renovierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen, mit einem Etat über viele Millionen Euro wird doch wohl eine Unternehmung finden, die bisher für sie gearbeitet hat und auch in Zukunft für sie arbeiten möchte.“

Dirk Winkelmann, Tiefbauamt

Droste betont, dass die Sanierung ausschließlich im Verantwortungsbereich der Bahn liege: Er bezeichnet es als „Unvermögen“, dass die Komplett-Sanierung nicht zeitgerecht erfolge. Mehr noch: Droste befürchtet, dass die Angelegenheit nun „auf die ganz lange Bank geschoben“ werde.

Die Befürchtung ist nicht unberechtigt: Denn nach Angaben eines Bahnsprechers dauere die Planung für die dafür nötige Sperrpause bis zu drei Jahre. Bei der Vorstellung der Gleisbauarbeiten hieß es in dieser Woche von der Bahn, dass man an einem neuen Zeitplan arbeite. Wegen der engen Vorgaben, zum Beispiel bei den Arbeitszeiten, sei die Bahn generell ein „schwieriger“ Auftraggeber. Die Ausschreibung solle verändert werden.

Droste bittet seinen Parteikollegen, sich dringend der Sache anzunehmen. Er hoffe, „dass die Autorität Ihres Amtes als Verkehrsminister und Ihrer Person dazu beitragen kann, das Projekt so zeitnah wie möglich zu verwirklichen“. Er erinnerte den Minister an ein persönliches Gespräch, in dem er bereits geschildert habe, dass sich die Station „in einem erbärmlichen Zustand“ befinde: „Der Bahnhofsvorplatz verkommt von Zeit zu Zeit zu einem Müllplatz, und die Bahnunterführung, der Weg zum anderen Gleis, ist aus Gründen, die geschmacklos, aber leicht vorstellbar sind, eine Zumutung.“ Besonders am Zaun zur Außengastronomie des Irish Pub sammelt sich dieser Tage der Dreck. Übrigens direkt neben einem der Hightech-Mülleimer der Stadt.

Immerhin: Die Stadt hält an ihren Plänen fest, den Vorplatz inklusive Busbahnhof in Angriff zu nehmen. „Für uns hat sich bisher nichts geändert, wir wollen ab Herbst dort den Busbahnhof bauen“, sagt Dirk Winkelmann vom Tiefbauamt. Nur auf die Fahrstühle müssen die Kunden nun weiter warten, denn die will die Bahn bauen.

Besonders ärgerlich sei es, bemerkt Droste, dass der Bahnhofsumbau der eigentliche Grund für die wochenlange Streckensperrung gewesen sei. Die erneute Sperrung sei somit völlige „Zeit- und Geldverschwendung“.

Auch Claudia Schlottmann, CDU-MdL aus Hilden, mahnte die „dringend notwendige Modernisierung des Bahnhofs Hösel“ an. Konzernbevollmächtigter Lübberink habe die Wichtigkeit des Projektes erkannt und versuche die Modernisierung mit Hochdruck neu zu terminieren, sagt Schlottmann.

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